Matthias Surall, Studierendenpfarrer in Paderborn. Foto: ESG Paderborn

Ich bin gerne Mitglied der Evangelischen Kirche von Westfalen, weil junge Erwachsene sie in ihren Studierendengemeinden so erleben können: als Anlaufstelle, Experimentierfeld und Ankerplatz unter protestantischer Flagge und mit ökumenisch-internationalem Horizont für die spirituelle Sehnsucht nach mehr und anderem als dem, was sich immer nur rechnen und auszahlen muss.

Matthias Surall, Pfarrer der Evangelischen Studierendengemeinde Paderborn

16.07.09, Kategorie: Aktuelle Nachrichten

Brücken bauen zwischen Religionen

„Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes/ Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts e.V.“ in Berlin gegründet

Die erste Reihe der geladenen Gäste mit (von rechts) Bischof Wolfgang Huber, Ehefrau Kara Huber, Professor Hermann Parzinger, Professor Christoph Markschies, Professor Joachim Gehrke, Professor Dieter Vieweger und Kirchenrat Gerhard Duncker.

Es ist eine Brücke zwischen Europa und dem Orient, zwischen Theologie und Archäologie: das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman (DEI), zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Um die Arbeit des DEI auch in Zukunft zu sichern und durch die finanzielle Unterstützung konkreter Projekte auszubauen, wurde am Dienstag, 14. Juli, in Berlin der „Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes“ gegründet. Die Schirmherrschaft übernehmen Bischof Wolfgang Huber (Ratsvorsitzender der EKD) und Professor Hans-Joachim Gehrke (Präsident des DAI). Zu den 50 Gründungsmitgliedern gehören namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Kirche und Kultur. Gerhard Duncker, Kirchenrat der Evangelischen Kirche von Westfalen, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Verständnis in einer spannungsreichen Region

Die bereits 1900 gegründete integrierte Forschungs- und Bildungseinrichtung widmet sich der Geschichte der Religionen ebenso wie der archäologischen Erforschung der Jahrtausende alten Kulturen im Nahen Osten. Mit ihrer Arbeit verbindet sie Kulturen und Religionen, ermöglicht den Austausch über Grenzen hinweg und schafft Verständnis in einer spannungsreichen Region. Träger sind die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Bundesregierung (Auswärtiges Amt/Deutsches Archäologisches Institut).

Kommende Generationen einbinden

Für Gründungsinitiatorin Gabriele Förder-Hoff haben Fundraising und Spendenakquise oberste Priorität: „Wir werden ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Projekten legen, in die die nachwachsenden Generationen eingebunden sind – zum Beispiel durch Praktika, Exkursionen, Volontariate und Stipendien.“ Außerdem wolle der Förderverein dazu beitragen, Menschen unterschiedlicher Nationalität, Religion und Profession den Zugang zur Arbeit des Instituts zu ermöglichen.

Dadurch, hofft Förder-Hoff, könnten Menschen „den interkulturellen Dialog vor Ort ganz praktisch im Rahmen des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches leben und erleben.“ Die ersten Projekte stehen bereits fest: die dringend notwendige Sanierung des Grabungshauses der gemeinsamen Ausgrabung von DEI und DAI in Gadára/Jordanien und die touristische Erschließung der Altgrabung unter der Erlöserkirche in Jerusalem.

Voller Ideen und Visionen

Professor Dieter Vieweger steht seit Dezember 2005 als Direktor an der Spitze des DEI und steckt noch immer voller Ideen und Visionen, die zu verwirklichen ihm der Förderverein künftig helfen soll: „Wie das Deutsche Archäologische Institut ist auch das DEI als neutraler Partner eine der wenigen funktionierenden Brücken im Dialog der Wissenschaften. Religionen und Kulturen sowie der intensiven Begegnung von Wissenschaftlern aus Europa mit den Gastländern des DEI.

Eine ideologiefreie Zone

Während der aktiven Arbeit im archäologischen Feld und bei der wissenschaftlichen Diskussion bietet das DEI eine ideologiefreie Zone der Begegnung und des Austauschs.“ Politiker suchten häufig nach Möglichkeiten, vermittelnd in die spannungsreiche Welt des Nahen Ostens einzugreifen. Das DEI, so Vieweger, sei solch ein Ort: „Hier kann man arbeiten, sich informieren und Begegnung organisieren sowie für Verständnis werben.“

PDF: "Mittler zwischen Kulturen und Religionen. Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes“ - Festvortrag von Prof. Dieter Vieweger, Direktor des DEI (2,4 MB)

PDF: Begrüßungsansprache von Gabriele Förder-Hoff, Vorsitzende des DEI-Fördervereins (107 KB)

Die Ziele des DEI-Fördervereins

Erste Projekte des Fördervereins

PDF: Die Gründungsmitglieder des Fördervereins (83 KB)

Infos über das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes in Jerusalem und Amman

Infos über  das Deutsche Archäologische Institut

 

 


 
 
 
 
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