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#wärmewinter bündelt Hilfen für Menschen in Not

Orte der Wärme für Leib und Seele

Die gemeinsame Aktion #wärmewinter der Diakonie Deutschland und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zieht immer weitere Kreise. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und Ratsvorsitzende der EKD, und Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, hatten im Herbst zu der Aktion aufgerufen.

Damit wollten Kirche und Diakonie auf die für viele belastende Situation im anstehenden Krisenwinter reagieren und auch bereits bestehende Hilfsangebote bündeln. Im ganzen Land entstehen daraufhin neue Orte der Wärme, so auch kreative, außergewöhnliche Angebote, die Leib und Seele erwärmen. Das lässt Menschen zusammenrücken und stärkt den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

„Marl hilft“

Ende November startete die Stadt-Kirchengemeinde Marl als eine der ersten überhaupt ihr Wärme-Angebot. Im Austausch mit der Stadt und Organisationen der Region ist das Bündnis „Marl hilft“ entstanden, bei dem Hilfsangebote gebündelt werden. In diesem Zuge ließ es sich auch Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe nicht nehmen, sich ein Bild vor Ort zu machen und zu unterstützen. Sie zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Ehrenamtlichen und betonte, dass die Kirchen mit ihren engagierten Helfer:innen sehr viel leiste, um dieses schnelle, niederschwellige Angebot für alle Menschen bereitzustellen. Wo zu Beginn der Aktion 30 Menschen das warme Gemeindehaus aufsuchten, waren nach drei Wochen schon rund 50 vor Ort.

Eine von ihnen ist Elena, die Frau aus der Ukraine, die ganz allein gekommen ist. Unter ihnen befindet sich aber ebenso das Rentnerpaar, das die warme Mahlzeit gerne annimmt, weil die Rente ziemlich knapp ist. Es kommen auch ältere Damen aus der Gemeinde und Menschen aus der Nachbarschaft, die die Gelegenheit zur Zusammenkunft nutzen. „Wir freuen uns über alle Gäste“, sagt eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. „Es werden von Woche zu Woche mehr.“

Der Winter ist noch lang. Geplant ist, bis Ende März 2023 „wärmende Kirche“ für Menschen zu bleiben. Viele ehrenamtlich Mitarbeitende sind bis dahin gemeinsam mit Presbyter Michael Wiese unterwegs, um die Räume schön zu gestalten, die Gäste zu bewirten und Ansprechpartner:innen zu sein. Wenn konkrete Hilfe gebraucht wird, steht die örtliche Diakonie mit ihren Beratungsangeboten bereit. Claudia Schwidrik-Grebe freut sich über die positive Stimmung vor Ort, die Begegnungen auf Augenhöhe und das Gefühl: „Hier konkret kann man helfen!“.

„Warmer Ort“ in Bielefeld-Sennestadt

Hilfe gegen die Kälte, im buchstäblichen wie im übertragenen Sinne, wird auch in der evangelischen Kirchengemeinde Bielefeld-Sennestadt geleistet. Pfarrerin Nicole Hoffmann betont dabei die sozialen Aspekte des „warmen Ortes“. Die Menschen, die sich zu den Spielenachmittagen und zu heißen Getränken in die Gemeindehäuser einfinden, plagten nicht so sehr finanzielle Sorgen, sie fühlten sich zusehends vereinsamt, erzählt Nicole Hoffmann. Hier setzt Seelsorge ein, die in der Aktion #wärmewinter explizit mitgedacht und gewünscht ist.

Wärmeort in Paderborn-Elsen

Auch die evangelische Kirchengemeinde Elsen wird ab dem 19. Januar zum Wärmeort. Pfarrer Felix Klemme verdeutlicht: „Das ist ein Programm, das sich an alle richtet. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Kälte, die sich in Einsamkeit, im sozialen Miteinander und in finanziell schwierigen Lagen zeigen kann.“ So haben der Pfarrer und das Presbyterium der Gemeinde weitere Kooperationspartner wie die katholische Kirchengemeinde, die ortsansässige Volksbank, einen Sportverein sowie den Förderverein der Gesamtschule Paderborn-Elsen für die Aktion gewinnen können. Letzterer kocht in der Mensa der Schule das Essen und liefert mit dem vereinseigenen Elektro-Lastenrad die Suppe in das Gemeindehaus. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine rege Teilnahme und informieren die Menschen über Postkarten und Plakate über das Angebot.

Das alles ist #wärmewinter

In einem gemeinsamen Aufruf zur Beteiligung an der Aktion #wärmewinter wandten sich Annette Kurschus und Pfarrer Ulrich Lilie Ende November nochmals an Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen vor Ort. Mit ihrer Unterstützung, so hieß es im Anschreiben, könnten sie in Kriegs- und Krisenseiten "damit ein öffentliches Zeichen für Menschlichkeit und Nächstenliebe" setzen. Der Angst und inneren Kälte solle mit Wärme, zwischenmenschlichem Austausch und Zusammensein begegnet werden.

Die evangelische Kirche von Westfalen und andere Gliedkirchen der EKD hatten schon früh beschlossen, die kirchensteuerlichen Mehreinnahmen aus der Energiepauschale über die Diakonie für soziale Projekte zur Verfügung zu stellen. Das ermöglicht vielen Gemeinden die Umsetzung ihrer Wärmewinter-Projekte.

All diese konkreten Beispiele und viele darüber hinaus spiegeln landauf landab den Gedanken der Aktion wider. Denn Menschen benötigen in Kriegs- und Krisenzeiten ein solches Angebot aus Wärme, Unterstützung und Beratung. Genau hier setzt die EKD- und Diakonie-Aktion an: Das ist #wärmewinter.

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