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v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel 150 Jahre alt

»… und dass ihr mir niemanden abweiset!«

Vor 150 Jahren wurde in einem alten Bauernhaus am Rande Bielefelds ein Haus für »epileptische Jungen« eröffnet. 1867 gründete die Innere Mission, der Vorläufer der Diakonie, die »Rheinisch-Westfälische Anstalt für Epileptische«. Der Grundstein für die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, wie Bethel heute offiziell heißt, war gelegt.

Heute engagieren sich über 18.000 Mitarbeitende in Einrichtungen und Diensten von Bethel in acht Bundesländern. Dazwischen liegen 150 Jahre »Für Menschen da sein«, wesentlich geprägt von Friedrich von Bodelschwingh und seinem Sohn Pastor »Fritz«. Sie leiteten Bethel von 1872 bis 1946. Mit Pastor Ulrich Pohl steht heute der neunte Leiter (heute Vorstandsvorsitzender) seit der Gründung an der Spitze der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Bethel engagiert sich aktuell für jährlich rund 230.000 kranke, behinderte, sozial benachteiligte, pflegebedürftige und zu fördernde Menschen. Mit seiner Geschichte, den vielfältigen Angeboten und der großherzigen Unterstützung von rund 350.000 Freunden und Förderern ist Bethel wohl einzigartig in der Welt. 1867 wurden in der neuen Einrichtung, für die sich Bielefelder Kaufleute engagiert hatten, zunächst nur einige epilepsiekranke Jungen betreut. Später kamen wanderarme, suchtkranke, behinderte und psychisch kranke Menschen dazu. Getreu dem Ausspruch Friedrich von Bodelschwinghs: »… und dass ihr mir niemanden abweiset!«. Allmählich wurde Bethel (»Haus Gottes«) zu einer Ortschaft mit Werkstätten, Handwerksbetrieben, Schulen sowie mit einer Kirche und einem Friedhof ausgebaut - ein Ort mit Verständnis für Menschen, die Unterstützung in ihrem Leben brauchen. Der Betheler Idee folgten dank Bodelschwinghs Initiative weitere Orte. 1882 gründete er die erste deutsche Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf bei Bielefeld. 1899 entstand die Arbeiterkolonie Freistatt bei Diepholz. 1905 wurde die Kolonie Hoffnungstal bei Berlin (heute Lobetal/Bernau) aufgebaut, um sich der Obdachlosen der boomenden Reichshauptstadt anzunehmen. 1958 schließlich begann Bethels Arbeit im Ruhrgebiet in Breckerfeld/Zurstraße bei Hagen. Seit den 1990er-Jahren werden die Wohn- und Betreuungsangebote von Bethel zunehmend regionalisiert. In vielen Städten sind so neue bürgernahe Einrichtungen entstanden, jenseits der traditionellen Bethel-Orte. Was in den Anfangsjahren ein Akt der christlichen Nächstenliebe war, die wesentlich auch von engagierten Bürgern getragen wurde, ist heute die Arbeit eines diakonischen Unternehmens im Sozialstaat. Bethel ist eine kirchliche Stiftung privaten Rechts und als gemeinnützig anerkannt. Die Arbeit wird durch Spenderinnen und Spender sehr gefördert. Dadurch ist zusätzlich vieles möglich, was die Lebensqualität und die Teilhabe der betreuten Menschen verbessert. An rund 280 Orten bietet Bethel Betreuung, Unterstützung und Hilfe an. Dazu gehören Wohngruppen, ambulante Dienste, Betreutes Wohnen, Begegnungszentren, stationäre Hospize, Pflege- und Seniorenzentren, Werkstätten, Schulen, Ausbildungsstätten und Betriebe sowie Fachkliniken und Krankenhäuser. Weitbekannt sind die Brockensammlung Bethel (Sammlung und Verkauf von gebrauchter Kleidung) und die Briefmarkenstelle Bethel (Sammlung und Verkauf von entwerteten Briefmarken), durch die Menschen mit Behinderungen Arbeit haben. Am 17. April  (Ostermontag) überträgt die ARD ab 10 Uhr einen festlichen Ostergottesdienst anlässlich des Jubiläums aus der Zionskirche. Die Predigt hält Annette Kurschus, stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende und Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.
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