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Premiere: Gottesdienst und Empfang zum Ordinationsjubiläum

Kurschus ermutigt Pfarrerinnen und Pfarrer

Viele hundert Male haben sie auf der Kanzel gestanden und das Evangelium verkündigt. Sie haben getauft und zusammen mit der Gemeinde das Abendmahl gefeiert. Heute, am Aschermittwoch (10. Februar 2016), stehen sie nicht vorne in der ersten Reihe, sondern sitzen auf den Bänken der Villigster Kirche und hören Präses Annette Kurschus zu.

Sie hat diejenigen westfälischen Pfarrerinnen und Pfarrer, die im vergangenen Jahr ein Ordinationsjubiläum gefeiert haben, zu einem Gottesdienst mit Empfang eingeladen.

In ihrer Predigt erinnert Kurschus an den Ordinationsvorhalt und macht ihren Kolleginnen und Kollegen Mut: »Auch wenn dich Zweifel und Enttäuschungen anfechten, wenn dir Verzicht und Leiden auferlegt werden, gilt dir die Zusage unseres Herrn Jesus Christus. Er sendet dich. Er steht zu seinem Wort. Er führt seine Gemeinde zum Ziel.«

»Wer Gott sucht, der wird gefunden.«

Pfarrerinnen und Pfarrer sollten Gott immer wieder unermüdlich suchen, an den Orten, wo sie gewohnt seien, seine Nähe zu spüren, ebenso wie an den Orten, an denen andere vor ihnen Gott erfahren und gefeiert hätten. Kurschus: »Wer Gott sucht, der wird gefunden.«

»Sie werden Zeugin und Zeuge eines historischen Ereignisses«, sagt Jan-Christoph Borries, Vorsitzender des westfälischen Pfarrvereins, beim anschließenden Empfang in Haus Villigst. Denn »das hat es in Westfalen noch nicht gegeben.« Recht hat er: die Feier des Ordinationsjubiläums geht zum ersten Mal über die Bühne.

Vor 59 Jahren ordiniert

Rund 60 Pfarrerinnen und Pfarrer sind gekommen. Die meisten von ihnen sind vor 25 Jahren ordiniert worden, einige vor zehn, andere vor 50 oder mehr Jahren. Alfred Peters ist an diesem Tag der dienstälteste Vertreter. Er blickt auf 59 Jahre seit seiner Ordination zurück.

Es ist ein bisschen so wie Klassentreffen. Schon vor der Tür zum Großen Saal liegen sich Kolleginnen und Kollegen in den Armen. Manche haben sich seit dem Vikariat nicht mehr gesehen. Kein Wunder, dass es viel zu erzählen gibt. Das jedenfalls dokumentiert der Geräuschpegel während des Festessens.

Tolle Form der Wertschätzung

»Toll, dass es diese Form der Wertschätzung jetzt von Seiten der Landeskirche gibt«, betont Pfarrerin Annette Beer aus Herford. Sie ist vor 25 Jahren zusammen mit ihrem Mann Johannes am 16. Dezember 1990 in Bochum-Dahlhausen ordiniert worden. Und zwar von ihrem Schwiegervater, der zu der Zeit Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Münster war.

»Bis heute macht mir der Beruf immer noch Spaß«, sagt Pfarrer Michael Hayungs aus Sprockhövel. Bei ihm ist die Ordination gerade mal zehn Jahre her. Seine Zwischenbilanz: »Ich fühle mich bis heute durch Gottes Zusage getragen. Dafür bin ich dankbar.«

Großer Respekt und Anerkennung

Dankbar zeigte sich auch Oberkirchenrätin Petra Wallmann: »Ich sehe mit großem Respekt und Anerkennung, was Sie in den Gemeinden bewältigen. Sie verkörpern das Evangelium mit Ihrer ganzen Existenz.« Der Pfarrberuf habe viele Schönheiten, könne einen aber auch verschlingen, weil er so vielfältig sei und viele Freiheiten böte, sagte sie. »Holen Sie sich die Unterstützung der Landeskirche oder fordern Sie diese ein, damit Sie Ihren Beruf weiterhin gerne ausüben können«, rief Wallmann die Theologinnen und Theologen auf.

Am Ende fällt das Fazit der Pfarrerinnen und Pfarrer durchweg positiv aus. Vielen sieht man an, dass ihnen diese Form der Anerkennung und des Dankes gut getan hat. So gut, dass sie gestärkt und ermutigt zurück in ihre Gemeinden fahren, um dort wieder selbst auf der Kanzel, vor dem Altar oder am Taufbecken zu stehen. Es schreit nach einer Wiederholung.
(Pressemitteilung 5/2016)

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