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LfM-Hörfunkpreis 2016

Herausragende Produktionen des Lokalfunks in NRW ausgezeichnet

Ein Online-Radiomagazin von Flüchtlingen für Flüchtlinge hat den Medienethischen Sonderpreis der Kirchen in Nordrhein-Westfalen erhalten.

Der Privatsender »Radio Wuppertal 107,4« habe mit dem Projekt »Refugee FM« als erstes Lokalradio in Deutschland ein Angebot entwickelt, das sich gezielt an die Flüchtlinge in seinem Sendegebiet richtet, hieß es bei der Preisverleihung am Freitagabend in Düsseldorf. Dabei seien geflüchtete Menschen nicht nur Gegenstand der Berichterstattung, sondern als Macher selbst journalistisch aktiv. Der mit 2.500 Euro dotierte Sonderpreis der evangelischen und katholischen Kirchen in NRW wurde bei der Vergabe der diesjährigen Hörfunkpreise der Landesanstalt für Medien (LfM) überreicht. Die Kirchen würdigen mit dem 2015 gestifteten Sonderpreis herausragende Beiträge in den 45 Privatradios in NRW, die Grundwerte des gesellschaftlichen Zusammenlebens thematisieren oder sich am christlichen Menschenbild orientieren. Der LfM-Hörfunkpreis wurde zum 25. Mal vergeben. Insgesamt zeichneten die Jurys elf Produktionen in zehn Kategorien aus. Das Audio-Magazin »Refugee FM« verbreitet alle zwei Wochen online Berichte und Nachrichten auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Die häufig serviceorientierten Beiträge der beiden Syrer Ahmad Idriss und Delchad Heji helfen laut Preisbegründung bei der Integration und vermitteln wichtige alltagstaugliche Informationen an Flüchtlinge, die in Wuppertal überwiegend in der Stadt verteilt in Wohnungen leben. Durch die mehrsprachige Produktion und die Verbreitung im Internet werde nahezu die gesamte Zielgruppe tatsächlich erreicht. Viele Beiträge würden zudem für das normale Radioprogramm aufbereitet, »so dass alle Hörer mitbekommen, was Flüchtlinge in Wuppertal bewegt«, erklärte die Jury. Das Magazin gebe beispielsweise Tipps für kostenlose Sportangebote und günstige Mobilfunktarife, warne vor Abzocke von Flüchtlingen bei der Wohnungssuche und informiere über die Inhalte des Integrationsgesetzes. Auch kritische Themen wie Kriminalität und islamistische Anschläge würden nicht ausgeblendet. Es sei »zu hoffen, dass diese Reihe nicht nur viele Hörer findet, sondern auch als bundesweites Pilotprojekt wirkt und viele Nachahmer findet«. Nominiert waren auch eine Multimedia-Reportage zum Thema Flüchtlinge und ein Beitrag über das Leben im Kloster. Die insgesamt 19 eingereichten Beiträge unterschiedlicher Formate hätten eine große Bandbreite sozialer, karitativer, religiöser und wertevermittelnder Themen abgebildet, hieß es. Die Autoren beschäftigten sich demnach unter anderem mit Kinderferienspielen, jugendlichen Straftätern und der Frage, woran Menschen glauben. In der Jury haben in diesem Jahr zwei evangelische Mitglieder mitgewirkt: Ingo Lehnick, Chefredakteur des epd-West (Vorsitz), und Pastor Christof Neumann von den Freikirchen. Die Preisverleihung hat Pfarrer Volker König, leitender Dezernent für Politik und Kommunikation der Evangelischen Kirche im Rheinland, vorgenommen. Unter www.lfm-nrw.de/hfp16 stehen die Beiträge als MP3-Dateien zur Verfügung. Dort sind ebenfalls viele weitere Informationen zum LfM-Hörfunkpreis, inklusive einer Rückschau auf die Veranstaltungen der vergangenen Jahre, abrufbar. (mit epd-Material)
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