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Präses Annette Kurschus zu Weihnachten: Gott will darin Gott sein, dass er da ist, wo wir sind

Gott ist auch in Aleppo und in Berlin

Weil Gott schutzlos, hilflos und unter ungesicherten Verhältnissen Mensch wird, ist er nahe bei den schutzlosen und hilflosen Menschen, deren Leben bedroht ist.

Das hat Präses Annette Kurschus ihrer Weihnachtspredigt betont. »Offenbar ist Stärke nicht die Weise, auf die Gott zur Welt und zu den Menschen kommt. Offenbar ist Macht nicht die Art, mit der etwas wirklich Neues beginnt«, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) am 1. Weihnachtstag (25.12.) in der Bielefelder Süsterkirche. Die Gewissheit des christlichen Glaubens verlasse sich darauf, »dass Gott dahin kommt, wo wir Menschen am menschlichsten sind: Klein und schwach; ungesichert und in Not; angewiesen auf Solidarität und Liebe. Gewissheit weiß: Gott will darin Gott sein, dass er da ist, wo wir sind.« Präses Kurschus sprach von Gottes »verrückter Leidenschaft« für die Kleinen, für die Unerheblichen und die Übersehenen und für alle, die sich keine Illusionen über ihre eigene Stärke machen können. »Wer eine Ahnung davon gewinnen will, wo und wie Gott zur Welt kommt, dem sollte es nicht darum gehen, ‚great again‘ zu sein oder zu werden.« Gott sei auch in Aleppo und in Berlin, in jeder zerstrittenen Familie und bei jedem geflüchteten Menschen, dem Hass und Gewalt entgegenschlagen. »Gott ist da. Und Gott bleibt. Hält mit aus. Hält mit dagegen. Bis zum Ende. Und durch das Ende hindurch. Gott bleibt in der Welt – auch durch gewaltsames Sterben hindurch. Dafür steht der Tod Jesu am Kreuz. Der nicht das Ende blieb, sondern ein neuer Anfang wurde.«
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