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Präses Kurschus predigte zum Auftakt der Visitation des Kirchenkreises Recklinghausen

Für eine Kirche, die sich auf das Neue freut

Eine Woche lang besucht ein Team von Fachleuten der Evangelischen Kirche von Westfalen unter Leitung von Präses Annette Kurschus den Kirchenkreis Recklinghausen. Am Beginn dieser Visitation stand ein Gottesdient am Sonntagnachmittag in der Christuskirche.

»Wir werden während der nächsten Tage allerlei zu sehen bekommen. Sie werden uns vieles zeigen«, sagte Präses Annette Kurschus in ihrer Predigt: »Manches gern, mit Freude und mit Stolz. Da sind Schätze und Kostbarkeiten im Leben Ihrer Kirche vor Ort. So vieles ist auf hoffnungsvollem Wege. So viele Menschen setzen sich ein, bringen Wichtiges voran.«

Die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) meinte aber auch: »Anderes werden Sie uns womöglich nur zögernd präsentieren. Weil es kleiner und kärglicher ist, weil Macht und Einfluss und Kräfte schwinden. Weil liebgewordene Gebäude aufgegeben werden müssen, bewährte Strukturen nicht mehr tragen, vertraute Formen des Gemeindelebens bröckeln.« Die Kirche dürfe auch trauern um das, was sich nicht mehr halten lässt. Vor allem aber dürfe sie neugierig werden: »Sie darf und soll sich freuen auf alles Neue, was aus dem Loslassen wachsen mag.«

Präses Kurschus sprach über die Aussage Jesu aus dem Johannesevangelium: »Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.« Hoffnung wachse – auch im Kirchenkreis Recklinghausen – aus dem scheinbaren Absterben, dem Loslassen: »Nur wenn das Korn verschwindet, tritt Anderes, Neues zutage.«

Mit Blick auf Karfreitag und Ostern sagte die Theologin: »Aus dem Tod kommt das Leben.« In dem Weizenkorn zeige sich Jesus, der die menschliche Angst und Sterblichkeit teilt. Eine Kirche, die darum weiß, müsse nicht fürchten, sie hätte zu wenig zu zeigen. »Wer weiß, vielleicht wird sie darin sogar neu glaubwürdig. Wenn sie nur die Sehnsucht wachhält!«

Visitationen bieten die regelmäßige Möglichkeit, das Leben in einem Kirchenkreis durch Fachleute von außerhalb in den Blick zu nehmen. Was gut ist, was die Kraft zur Veränderung in sich birgt und neue Perspektiven eröffnen kann, soll bestärkt werden. Wo es Schwierigkeiten gibt, hilft die Visitation durch konstruktive Kritik.

Dazu besucht ein Team von 24 Experten aus den verschiedenen Arbeitsbereichen der EKvW den Kirchenkreis vom 6. bis 11. März nach einem genauen Plan. Die Themenbereiche spiegeln die Vielfalt des kirchlichen Lebens: Gottesdienst, Kirchenmusik und Kultur, Seelsorge und Beratung, Diakonie und soziale Verantwortung, Kindergärten, Schule und Jugendarbeit, Dialog zwischen den Religionen oder Verwaltung und Finanzen. Zum Evangelischen Kirchenkreis Recklinghausen gehören gut 105.000 Mitglieder in zwölf Gemeinden.

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