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Die ersten syrischen Flüchtlinge sind über einen »humanitären Korridor« in Rom eingetroffen

Falak kann jetzt geholfen werden

Ihr kleiner Bruder Hussein (6) versteckt sich hinter einem Teddybären. Doch Falak, ein Jahr älter, steht neben ihrer Mutter Jasmine (28) und strahlt trotz ihrer Augenbinde in die Kameras.

Sie kann schon ein paar Wörter Italienisch, sie kann in der Sprache ihres neuen Gastlandes bis vier zählen und sogar ein kleines Lied singen. Falak al Hourani, ihre Eltern und ihr Bruder sind die ersten Flüchtlinge, die über einen »humanitären Korridor« christlicher Kirchen und Hilfswerke in Rom eingetroffen sind.

Auf dem Flughafen Fiumicino wurden sie von einer Delegation evangelischer und katholischer Kirchenvertreter begrüßt, das Medieninteresse ist groß. Das Pilotprojekt ermöglicht besonders gefährdeten afrikanischen und syrischen Flüchtlingen über humanitäre Visa eine legale und sichere Einreise nach Europa. Träger sind die Hilfsorganisation »Mediterranean Hope«, die vom Bund der evangelischen Kirchen in Italien (FCEI) getragen und von der westfälischen Landeskirche unterstützt wird, und die katholische Gemeinschaft Sant’ Egidio.

Die Familie al Hourani ist vor knapp drei Jahren aus ihrer Heimatstadt Homs geflohen und hat sich seitdem in Tripoli/Libanon aufgehalten. Falak leidet an einem Retinoblastom, einer seltenen Krebserkrankung der Augen. Ein Auge musste ihr in Beirut im Krankenhaus entfernt werden, jetzt braucht sie Chemotherapie. Diese wird sie in der Kinderklinik Bambin Gesù in Rom erhalten. Ihre Familie kann zunächst in einer kleinen Wohnung im Krankenhaus unterkommen.

Insgesamt hat »Mediterranean Hope« mit dem italienischen Außen- und Innenministerium sogenannte humanitäre Visa für ein Kontingent von tausend Personen ausgehandelt. Zunächst geht es um 84 syrische Flüchtlinge im Libanon, die – wie Falak – krank oder sonst besonders hilfsbedürftig sind. Sie kommen in den nächsten Wochen von Beirut nach Rom.

Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller von der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW): »Die humanitären Visa sind lebensrettend gerade für die besonders verletzlichen Flüchtlinge. Wenn Deutschland und andere EU-Länder sich Italien anschließen und eine sichere Passage ermöglichen, wird auf diese Weise Schleppern und Menschenhändlern die Geschäftsgrundlage entzogen. Deshalb sind wir überzeugt, dass die Idee der humanitären Korridore wegweisend ist«, so Möller. Die EKvW, die mit der italienischen Waldenserkirche partnerschaftlich verbunden ist, hat Mediterranean Hope« bisher mit über 300.000 Euro unterstützt. Im laufenden Jahr sind weitere Geldmittel vorgesehen.

Fotos von der Ankunft in Rom sind als Download zu finden unter: http://ekvw.de/falak
Sie können mit dem Vermerk »NEV/Notizie Evangeliche« veröffentlicht werden. (Pressemitteilung 4/2016)

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