Unsere aktuellen Nachrichten
auf einen Blick
Weltgebetstag der Frauen am 1. Freitag im März mit Liturgie aus Kuba

Aufbruch und Rückschritt, Mangel und Fülle

Von Samoa bis Chile beten Menschen am Freitag, den 4. März 2016, in ökumenischen Gottesdiensten zur Liturgie von Frauen aus Kuba. Die bevölkerungsreichste Karibikinsel steht im Zentrum, wenn rund um den Erdball Weltgebetstag gefeiert wird. Dessen Gottesdienstordnung »Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf« haben über 20 kubanische Christinnen gemeinsam verfasst.

Kubanerinnen feiern den Weltgebetstag schon seit den 1930ern. An der Liturgie 2016 waren u.a. baptistische, römisch-katholische, apostolische sowie Frauen der Heilsarmee und der Pfingstkirche Christi sowie Quäkerinnen beteiligt. In ihrem zentralen Lesungstext (Mk 10,13-16) lässt Jesus Kinder zu sich kommen und segnet sie. Der zweite Lesungstext (Jesaja 11,1-10) drückt für die Kubanerinnen die große Hoffnung einer neuen Wirklichkeit aus, die sich wie ein wieder geöffnetes Paradies für die ganze Schöpfung zeigen wird.

Pfarrerin Lindtraud Belthle-Drury und ihr Team verantwortete für die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. die Werkstätten zur Vorbereitung des diesjährigen Weltgebetstages. Sie interpretiert die Auswahl der Bibelstellen: »Mit beiden Lesungstexten drücken die Kubanerinnen ihre Hauptanliegen aus: das ›Miteinander der Generationen‹ und ›Veränderung‹.« Und fügt hinzu: »Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Weltgebetstagsfrauen als Herausforderung - hochaktuell in Kuba, denn viele junge Menschen kehren der Insel den Rücken zu auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven.«

Vielen Menschen auf Kuba geht es schlecht, sie sind auf subventionierte Grundnahrungsmittel angewiesen, die rationiert auf Lebensmittelkarten ausgegeben werden und nicht für einen ganzen Monat reichen. Lange Schlangen vor den Geschäften sind die Folge und ein unglaublicher Erfindungsreichtum, wenn es darum geht, mit dem Mangel zu wirtschaften.

Die Öffnung Kubas und das Ende des Embargos führen im Land zu Aufbruchsstimmung und Planungen für die Zukunft. »Wir sind auf dem Sprung«, so beschrieb die junge Pfarrerin der methodistischen Gemeinde von Sancti Spiritus die Stimmung, die der Reisegruppe der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen im Frühjahr 2015 beeindruckend die Stimmung im Lande schilderte. »Aber jetzt nicht mehr auf dem Sprung, das Land zu verlassen, sondern für Kuba eine bessere Zukunft zu gestalten.«

Die Weltgebetstagsarbeit der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V.

Das ökumenisch zusammengesetzte Team des Weltgebetstages in Westfalen führt jährlich fünf zentrale mehrtägige Tagungen zur Vorbereitung in Soest mit mehr als 130 Teilnehmerinnen durch. Hinzu kommen jedes Jahr zwei Veranstaltungen für den Weltgebetstag für Kinder mit 35 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Kindergottesdienst- und Jugendarbeit. Mehrere eintägige Veranstaltungen auf regionaler Ebene erreichen ca. 360 Teilnehmende. Seit vielen Jahren wird mindestens eine Reise in das jeweilige Land, aus dem aktuell die Weltgebetstagsordnung kommt, durchgeführt. In Kuba waren zwei Reisegruppen, eine im April und eine im November, so dass es 60 Frauen mit aktuellen Lageberichten gibt.
Als regionale Versandstelle des Weltgebetstages bearbeitet die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. jährlich ca. 800 Material-Bestellungen aus ganz Westfalen.

Die Gottesdienste am 1. Freitag im März finden zumeist nicht zentral, sondern in den katholischen oder evangelischen Kirchengemeinden statt. Fast 550 Gottesdienste jährlich mit mehr als 55.000 Kindern, Männern und Frauen sind der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen allein für Westfalen bekannt.

Zurück