Aktuelles :: EKvW.dehttp://www.evangelisch-in-westfalen.dedeEvangelische Kirche von Westfalen, LandeskirchenamtFri, 03 Feb 2023 10:52:41 +0100Fri, 03 Feb 2023 10:52:41 +0100TYPO3 EXT:newsnews-2439Tue, 31 Jan 2023 14:04:20 +0100Tagungsband dokumentiert die Diskussion über Form der verfassten Kirchehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wohin-steuert-das-modell-volkskirche/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=77669ecb5da098f2f810148117818ab8MedienInfo 07/2023

Die großen Kirchen in Deutschland agieren seit der Weimarer Reichsverfassung im Jahr 1919 als ‚Körperschaften des öffentlichen Rechts‘. Schon seit dem 19. Jahrhundert entwickelten sie ein Selbstverständnis der Volkskirche, das sich auf unterschiedlichen Ebenen und in vielfältigen Facetten manifestierte. Aber das zurückliegende Jahrhundert war ein Jahrhundert im Wandel, der zunehmend auch das Modell der Volkskirche in Frage stellt.

Der Diskussion dieser Frage, basierend auf der Darstellung des Volkskirchenbegriff in unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen, hatte sich die Kommission für kirchliche Zeitgeschichte der Evangelischen Kirche von Westfalen auf einer Konferenz im vergangenen Frühjahr gewidmet. Jetzt erschien ein Tagungsband, der die vielfältigen Beiträge der Konferenz dokumentiert.

Nachzulesen sind im Tagungsband mit dem Titel ‚“Modell“ Volkskirche?‘ Beiträge zu historischen Entwicklungen und Stationen des Volkskirchen-Modells. Kompetente Referentinnen und Referenten lassen nachvollziehen, wie sich das Bild von Kirche unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Voraussetzungen gewandelt und weiterentwickelt hat.

So stellt unter anderem die Bochumer Professorin für Kirchengeschichte Ute Gause die „Gemeindepflege der Sareptadiakonissen im Ruhrgebiet und in Westfalen“ vor, der Tübinger Theologie-Professor Jürgen Kampmann gibt einen Einblick in „Konkurrierende Konzeptionen von Volk, Kirche und Volkskirche in der nationalsozialistischen Zeit“, Axel Noack, Alt-Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, steuert „Überlegungen zur ‚Volkskirche‘ in der DDR“ bei, es geht um Deutungskonflikte nach 1945, Kirchenkritik um 1968 und vieles mehr. Einen Überblick über „Kirche im Volk - Transformationen kirchlicher Leitbilder seit dem 19. Jahrhundert“ verschafft der Professor am Bochumer Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre Traugott Jähnichen, der auch Mitglied der Kirchenleitung in der Evangelischen Kirche von Westfalen ist.

Herausgeber Vicco von Bülow, Landeskirchenrat in der westfälischen Kirche, will mit dem neuen Buch einen Beitrag leisten, Kirche zu verstehen. Das, so der Theologe, sei eine Grundlage dafür, Kirche für die Zukunft zu gestalten. Daher könne ein Blick in die Kirchengeschichte auch angehenden Pfarrerinnen und Pfarrern oder Religionslehrerinnen und -lehrern ein historisch begründetes Verständnis für das Gefüge erschließen, in dem sie ihre künftigen Aufgaben wahrnehmen werden.

Dass sich das Verständnis von Kirche weiter verändern wird, daran lassen die Autorinnen und Autoren des Buches keinen Zweifel. In seinem Vorwort zitiert v. Bülow die Theologin Uta Pohl-Patalong, die eine Kirche beschreibt im „Übergang von der Volkskirche in eine Kirchenform, für die Begrifflichkeit und Gestalt erst noch erarbeitet werden müssen.“ Dafür gelte aber ganz pragmatisch: „Die aktuelle Situation der Kirche braucht den Mut, mit kleinen Schritten zu beginnen, ohne zu wissen, ob sie zu einer langfristig tragfähigen Lösung führen.“

Der Tagungsband mit dem Titel ‚“Modell“ Volkskirche?‘ ist erschienen im Bielefelder Luther-Verlag und kostet 29,90 Euro.

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news-2436Fri, 27 Jan 2023 14:28:00 +0100Präses Annette Kurschus erinnert an Opfer des Nationalsozialismushttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wir-muessen-widersprechen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b0d66991295ebecd7c142d70f51501b0Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) hat die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, zu mehr Wachsamkeit vor Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit aufgerufen.

„Die Vergangenheit vergeht nicht. ‚Du bist anders, deshalb darfst du nicht sein!‘: Das ist der klägliche und gleichzeitig bedrohliche Wahn, der heute immer noch, sogar zunehmend, Angst, Hass, Gewalt, Mord hervorbringt“, mahnte die Präses an. „Er verkennt die Gleichheit aller Menschen, die jeder Ungleichheit vorausgeht. ‚Alle Menschen sind Brüder und Schwestern‘, hat Inge Auerbacher vor einem Jahr im Bundestag gesagt. Daran erinnere ich heute“, so Kurschus. Der antisemitische, rassistische, antiziganistische Wahn sei entsetzlich und zersetzend. Er könne jeden Menschen treffen, denn er baue auf Zuschreibungen. „Auf keinen Fall nehmen wir diesen Wahn hin“, so Kurschus. „Wir müssen widersprechen, handeln und die Betroffenen schützen, ganz konkret, wo immer solche Reden geschwungen werden, am besten noch bevor Taten daraus werden. Und zwar zuerst bei uns selbst, denn auch unsere Kirchen sind nicht frei von Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus“, so Kurschus weiter.

Antisemitismus zerstöre das Fundament, auf dem Christinnen und Christen stehen, sagte Kurschus. „Es ist tägliche Aufgabe eines jeden und einer jeden, judenfeindliches Denken zu bekämpfen, das immer noch tief in unserer Gesellschaft verwurzelt ist, und immer wieder neu bei Angriffen auf jüdische Menschen und Gebäude zum Vorschein kommt.“

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus sei Stachel im Fleisch und erinnere an diese Aufgabe. „Er proklamiert zugleich die Würde all der Menschen, die auf Grund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder anderer Einstellungen zum Leben entwürdigt, verfolgt, ermordet wurden. Die Erinnerung an das Unrecht, das sie erlitten haben, ist für uns Ansporn, uns unbeirrt für die Menschenwürde einzusetzen“, so Kurschus.

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden. Seit 1996 ist der 27. Januar nationaler Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland, seit 2005 ist er offizieller Holocaust-Gedenktag der UNO. In zahlreichen Kirchengemeinden wird der Gedenktag mit Gottesdiensten und Veranstaltungen begangen.

EKD/EKvW

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AktuellesIsrael-PalästinaPräsesMedienGesellschaftInterreligiöser Dialog
news-2437Fri, 27 Jan 2023 13:25:48 +0100Diversitätskompetentes Führungskräfte-Mentoring von IKG, IFW und EKvWhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/frauen-lernen-leitungskultur-die-alle-in-den-blick-nimmt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9e0847aaaf2dfecff4a0a1311ce72adcSeit Januar 2022 lief das berufsgruppenübergreifende Mentoring-Programm, das sich in diesem Durchgang bewusst an Frauen richtete. Am 26. Januar fand das Programm nun im Landeskirchenamt in Bielefeld seinen feierlichen Abschluss.

Katrin Göckenjan-Wessel, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche von Westfalen, ehrte die Absolventinnen, die sowohl aus dem Pfarramt, der Verwaltung, Recht und Management, sowie aus weiteren pädagogischen, diakonischen und kirchenmusikalischen Berufsgruppen kamen.

In dem einjährigen Projekt haben sich die Teilnehmerinnen mit den Herausforderungen kirchlichen Leitens auseinandergesetzt und Ansätze einer interprofessionellen Leitungskultur weiterentwickelt. Ziel des Führungskräfte-Mentorings war es, durch einen generationen- und berufsgruppenübergreifenden Ansatz die Sensibilität für Diversität zu erhöhen, um so zukünftige Führungskräfte auf ihre vielfältigen Aufgaben vorzubereiten.

Jeder Mentee wurde ein*e Mentor*in zur Seite gestellt, der/die sie durch das Jahr begleitete und Einblicke in das jeweilige Leitungshandeln gab. Gerahmt wurde die Arbeit im Tandem durch ein präsentisches und digitales Veranstaltungsprogramm mit Seminareinheiten, Potentialanalyse und Peer-Gruppen-Supervision. Organisiert wurde das diversitätskompetente Führungskräfte-Mentoring vom Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung, dem Institut für Kirche und Gesellschaft und dem Personaldezernat der EKvW.

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AktuellesgleichstellungFrauenreferatGleichstellungsbeauftragte
news-2435Wed, 25 Jan 2023 15:51:56 +0100Neues Bildungsangebot der EKD für Gemeinden und Einrichtungenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/so-klappt-es-mit-der-digitalen-verkuendigung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6662a1579cf579d91548e0beeb81aa53Die Corona-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt, der die kirchliche Arbeit dauerhaft verändert hat. Zunehmend bauen Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen ihre digitalen Präsenzen aus und bieten ihre Angebote auch digital an, um neue Zielgruppen zu erschließen.

Dieser Veränderungsprozess erfordert jedoch eine hohe digitale Kompetenz. Daher hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit dem Medienhaus der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche im Rheinland die Webseite KirchenDigital und den gleichlautenden YouTube-Kanal auf- und ausgebaut. Hier soll Wissen an Gemeinden und Einrichtungen in den Themenbereichen digitale Kommunikation und digitale Verkündigung weitergegeben werden.

Das Team von Kirchendigital.de bündelt Informationen und Bildungsangebote zum Thema Kirche und Digitalisierung der Landeskirchen und veranstaltet regelmäßig auch eigene kurze Online-Seminare und Digitaltage. Ebenso werden hier auch die Materialien und Video-Aufzeichnungen der Veranstaltungen der letzten beiden Jahre angeboten.

Mit der Unterstützung der KD-Bank-Stiftung konnte das Angebot um Video-Tutorials in fünf für Gemeinden und Einrichtungen besonders relevanten Themenbereichen erweitert werden. Sie zeigen Einsteigern sowie Interessierten mit ersten Vorkenntnissen, wie sie die Auffindbarkeit ihrer Webseite in den Suchmaschinen steigern können, wie sie Daten über die Nutzung ihrer Webseite erfassen und analysieren können oder wie sie digitale Spendenmöglichkeiten auf ihrer Webseite anbieten können.

Am 25. Januar werden die Tutorials zu den ersten zwei Themen veröffentlicht. Drei weitere Themen folgen in den nächsten Wochen. Für die fünf Themenbereiche stehen jeweils fünf Video-Tutorials mit weiterführenden Links zur Verfügung:

  1. SEO – Suchmaschinenoptimierung
  2. Professionelle Datenanalyse mit Matomo
  3. Digitale Kirchtürme“ bauen mit dem Datenportal YEXT
  4. Google Unternehmensprofile – einrichten und Kontakte steigern
  5. Online-Spenden generieren mit dem KD-Spendentool

Weitere Themenbereiche und Bildungsangebote sollen im Laufe des Jahres folgen.

Hintergrund:
Kirchendigital.de ist ein Gemeinschafts- und Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und dem Medienhaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unter der Leitung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die die Seite und den YouTube Kanal Kirchendigital betreibt. Kirchendigital bündelt digitale Bildungsangebote der Gliedkirchen und veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Landeskirchen regelmäßig eigene Barcamps und Digitaltage, die für Interessierte aller Landeskirchen offen sind. Finanziell unterstützt wurden die Video-Tutorials von der KD-Bank-Stiftung, die sich für Digitalisierung im kirchlichen Raum engagiert.

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AktuellesIPTGemeindenMitarbeitende
news-2434Wed, 25 Jan 2023 12:22:21 +0100Evangelische Kirche Borgholzhausen ist Denkmal des Monatshttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/bundesweit-einzigartige-dachwerke-sind-womoeglich-aelter-als-gedacht/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0fac07be2c910b4f4533a5ed04fa68eeEine Dachkonstruktion ohne bekannte Vergleichsbeispiele, die vermutlich noch älter ist, als gedacht: Aufgrund der Ergebnisse einer derzeit laufenden bauhistorischen Untersuchung erklärt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Dachwerke der evangelischen Kirche in Borgholzhausen (Kreis Gütersloh) zum Denkmal des Monats Januar.

„Über dem Chor, dem Langhaus und den beiden Querhausarmen befinden sich ähnlich aufgebaute Dachwerke aus Eichenholz, deren konstruktive Besonderheiten auf ein hohes Alter schließen lassen“, sagt LWL-Bauforscher Peter Barthold in einer Mitteilung. Bevor im Sommer 2023 Sanierungsarbeiten beginnen, nehmen er und sein Kollege Frank Högg die Dächer genau unter die Lupe.

Zur Datierung der verschiedenen Konstruktionen entnahmen die Bauforscher insgesamt 16 Bohrproben aus den verbauten Hölzern. Durch einen Abgleich der Jahresringe kann das Alter von Hölzern bestimmt werden. So gelang es den LWL-Fachleuten erstmals, das Alter der Dachbalken über dem Westturm zu bestimmen. „Die dendrochronologische Untersuchung ergab, dass dieses Dachwerk 1665 oder kurz danach verzimmert worden ist. Auch ein stark dimensionierter Tragbalken unterhalb des Glockenstuhls wurde in die gleiche Zeit datiert“, erklärt Barthold. Ob diese umfangreiche Baumaßnahme im Zusammenhang mit Schäden aus dem 30-jährigen Krieg steht, müsse noch geklärt werden.

Von den insgesamt acht Proben aus den Dachwerken über dem Chor, dem Langhaus und den beiden Querhausflügeln konnten die Bauforscher nur eine Probe sicher datieren. Sie stammt aus einem über dem Chor wiederverwendeten Balkenabschnitt und wurde auf „um 1336“ bestimmt. Eine 1980 aus demselben Balken entnommene Probe hatte ein Fälldatum „um 1492“ ergeben. „Die zwei unterschiedlichen Datierungen des gleichen Holzes zeigen den Kern des methodischen Problems“, so Peter Barthold. „Nicht nur das Klima hat Auswirkung auf das Wuchsverhalten der Bäume, sondern auch deren Standort. In diesem Fall wuchsen offenbar die meisten zu Bauholz verarbeiteten Eichen in konstant sehr wasserreichen Gegenden und bildeten daher trotz Temperatur- und Niederschlagsschwankungen gleichmäßig breite Jahrringe aus. Dieser Befund verringert allerdings drastisch die auf den Breitenschwankungen der Jahrringe beruhende Datierungsmöglichkeit solcher Hölzer.“

Auch die Konstruktionsweise der Dachwerke nahmen die LWL-Experten noch einmal neu in den Blick. Die Ergebnisse überraschten selbst den langjährigen Bauforscher Peter Barthold: „Bemerkenswert ist, dass im Chor- und Langhausdach in jedem Sparrengebinde oberhalb des unteren Kehlbalkens schräg von seiner Mitte zu den Sparren laufende Sparrenstützbänder eingebaut sind. Dadurch ergeben sich im Querschnitt optisch zwei weitere Dreiecke. Die Sparren sind ungewöhnlicherweise an den Fußpunkten mit Versatz in die Stichbalken und Sattelbalken gezapft worden. An diesem Detail zeigt sich, dass die Zimmerleute vor Jahrhunderten deutlich mehr bauliche Lösungen kannten, als heute überliefert ist.“

„Die Borgholzhauser Kirchendachwerke sind ein einzigartiges Beispiel mittelalterlicher Handwerkskunst. Bundesweit ist sie auf jeden Fall einzigartig, auch in Europa ist mir keine vergleichbare Dachkonstruktion bekannt“, erklärt Barthold die Besonderheit des Fundes. So habe auf einer internationalen Konferenz des renommierten Arbeitskreises für Hausforschung 2022 in Konstanz keiner der 120 Experten Vergleichbares gekannt.

Hintergrund
Bereits 1975/76 fanden im Zusammenhang mit dem Einbau einer Fußbodenheizung in der Kirche umfangreiche archäologische Untersuchungen statt. Die Ergebnisse wurden 1981 von dem Grabungsleiter Uwe Lobbedey unter dem Titel „Borgholzhausen - Archäologie einer westfälischen Kirche“ veröffentlicht. Die im Kirchenraum ergrabenen Reste von drei kleinen Vorgängerkirchen des 9. bis 12. Jahrhunderts zeigten, wie wichtig baubegleitende Untersuchungen auch bei zunächst unscheinbaren Pfarrkirchen sind.

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Bau - Kunst - DenkmalpflegeAktuelles
news-2433Tue, 24 Jan 2023 14:30:00 +0100oikos-Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen eröffnethttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/mission-oekumene-und-weltweite-nachhaltigkeit/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7a590d62ff6d713677583cafb11ecf5cMit einem Fachtag und einem Gottesdienst ist am Freitag in Dortmund ein neues Institut für Mission und Ökumene der westfälischen Kirche eröffnet worden. Das „oikos-Institut für Mission und Ökumene“ soll für Gemeinde- und Kirchenentwicklung, Entwicklungsdienst und weltweite Nachhaltigkeit, Mission und Kirchenpartnerschaften zuständig sein. 

Das neue Institut ist aus der Zusammenführung von zwei landeskirchlichen Einrichtungen entstanden, dem „Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung“ (MÖWe) und dem Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm).

In dem neu gegründeten Oikos-Institut wachse zusammen, was vom Auftrag her im Kern zusammengehöre, sagte die westfälische Präses Annette Kurschus im Gottesdienst zur Eröffnung. Das seien der kirchliche Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und die Gründung dieses Einsatzes „in der göttlichen Sendung in die Welt“. Die Vereinigung zweier bisher eigenständiger Einrichtungen der Kirche sei die Frucht eines intensiven mehrjährigen Prozesses.

Den unauflöslichen Zusammenhang zwischen Glauben und Handeln, zwischen Rechtfertigung des Menschen durch Christus und gelebtem Einsatz für Gerechtigkeit in der Welt, habe der neue Leiter Ingo Neserke von Kindesbeinen an erfahren, sagte Kurschus zur Einführung des Theologen. Neserke war zuvor Leiter des Instituts für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm). Neserke, dessen Eltern vom Berliner Missionswerk nach Südafrika ausgesandt wurden, habe in einem Unrechtssystem wie der Apartheid zu spüren bekommen, wie der christliche Glaube Menschen miteinander verbinde und sie aufrichte.

In dem Gottesdienst in der Reinoldikirche wurde zugleich die frühere Leiterin des Amtes für MÖWe, Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Muhr-Nelson habe beim kirchlichen Werk MÖWe „einen klaren Schwerpunkt setzen“ können, würdigte Kurschus. Das sei der gesamten Landeskirche zugute gekommen.

Die gemeinsame Arbeit der Kirchen weltweit sei nötig, um das Ungleichgewicht zwischen den Kirchen im Süden und und im Norden zu reduzieren, sagte Dyah Krismawati von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) zuvor auf dem Fachtag. Das Ungleichgewicht in der Welt wirke sich auch auf das Zusammenleben der Christen aus.

Kirchliche Werke müssten sich den knapper werdenden Ressourcen und sinkenden Mitgliederzahlen stellen, sagte Christoph Rösel von der Deutschen Bibelgesellschaft Stuttgart. Es komme umso mehr auf Mittel und Wege an, um Gottes Wort in der Welt zu verankern.

Das oikos-Institut zählt derzeit 36 Mitarbeitende. Stellvertretende Leiterin ist Katja Breyer.

epd

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Aktuelles
news-2429Tue, 24 Jan 2023 11:02:00 +0100#wärmewinter bündelt Hilfen für Menschen in Nothttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/orte-der-waerme-fuer-leib-und-seele/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=1569ec3087d7d9f5c2248043f7d8b71cDie gemeinsame Aktion #wärmewinter der Diakonie Deutschland und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zieht immer weitere Kreise. Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und Ratsvorsitzende der EKD, und Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, hatten im Herbst zu der Aktion aufgerufen.

Damit wollten Kirche und Diakonie auf die für viele belastende Situation im anstehenden Krisenwinter reagieren und auch bereits bestehende Hilfsangebote bündeln. Im ganzen Land entstehen daraufhin neue Orte der Wärme, so auch kreative, außergewöhnliche Angebote, die Leib und Seele erwärmen. Das lässt Menschen zusammenrücken und stärkt den Zusammenhalt in der Gesellschaft.

„Marl hilft“

Ende November startete die Stadt-Kirchengemeinde Marl als eine der ersten überhaupt ihr Wärme-Angebot. Im Austausch mit der Stadt und Organisationen der Region ist das Bündnis „Marl hilft“ entstanden, bei dem Hilfsangebote gebündelt werden. In diesem Zuge ließ es sich auch Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe nicht nehmen, sich ein Bild vor Ort zu machen und zu unterstützen. Sie zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Ehrenamtlichen und betonte, dass die Kirchen mit ihren engagierten Helfer:innen sehr viel leiste, um dieses schnelle, niederschwellige Angebot für alle Menschen bereitzustellen. Wo zu Beginn der Aktion 30 Menschen das warme Gemeindehaus aufsuchten, waren nach drei Wochen schon rund 50 vor Ort.

Eine von ihnen ist Elena, die Frau aus der Ukraine, die ganz allein gekommen ist. Unter ihnen befindet sich aber ebenso das Rentnerpaar, das die warme Mahlzeit gerne annimmt, weil die Rente ziemlich knapp ist. Es kommen auch ältere Damen aus der Gemeinde und Menschen aus der Nachbarschaft, die die Gelegenheit zur Zusammenkunft nutzen. „Wir freuen uns über alle Gäste“, sagt eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. „Es werden von Woche zu Woche mehr.“

Der Winter ist noch lang. Geplant ist, bis Ende März 2023 „wärmende Kirche“ für Menschen zu bleiben. Viele ehrenamtlich Mitarbeitende sind bis dahin gemeinsam mit Presbyter Michael Wiese unterwegs, um die Räume schön zu gestalten, die Gäste zu bewirten und Ansprechpartner:innen zu sein. Wenn konkrete Hilfe gebraucht wird, steht die örtliche Diakonie mit ihren Beratungsangeboten bereit. Claudia Schwidrik-Grebe freut sich über die positive Stimmung vor Ort, die Begegnungen auf Augenhöhe und das Gefühl: „Hier konkret kann man helfen!“.

„Warmer Ort“ in Bielefeld-Sennestadt

Hilfe gegen die Kälte, im buchstäblichen wie im übertragenen Sinne, wird auch in der evangelischen Kirchengemeinde Bielefeld-Sennestadt geleistet. Pfarrerin Nicole Hoffmann betont dabei die sozialen Aspekte des „warmen Ortes“. Die Menschen, die sich zu den Spielenachmittagen und zu heißen Getränken in die Gemeindehäuser einfinden, plagten nicht so sehr finanzielle Sorgen, sie fühlten sich zusehends vereinsamt, erzählt Nicole Hoffmann. Hier setzt Seelsorge ein, die in der Aktion #wärmewinter explizit mitgedacht und gewünscht ist.

Wärmeort in Paderborn-Elsen

Auch die evangelische Kirchengemeinde Elsen wird ab dem 19. Januar zum Wärmeort. Pfarrer Felix Klemme verdeutlicht: „Das ist ein Programm, das sich an alle richtet. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Kälte, die sich in Einsamkeit, im sozialen Miteinander und in finanziell schwierigen Lagen zeigen kann.“ So haben der Pfarrer und das Presbyterium der Gemeinde weitere Kooperationspartner wie die katholische Kirchengemeinde, die ortsansässige Volksbank, einen Sportverein sowie den Förderverein der Gesamtschule Paderborn-Elsen für die Aktion gewinnen können. Letzterer kocht in der Mensa der Schule das Essen und liefert mit dem vereinseigenen Elektro-Lastenrad die Suppe in das Gemeindehaus. Die Verantwortlichen erhoffen sich eine rege Teilnahme und informieren die Menschen über Postkarten und Plakate über das Angebot.

Das alles ist #wärmewinter

In einem gemeinsamen Aufruf zur Beteiligung an der Aktion #wärmewinter wandten sich Annette Kurschus und Pfarrer Ulrich Lilie Ende November nochmals an Kirchengemeinden und diakonische Einrichtungen vor Ort. Mit ihrer Unterstützung, so hieß es im Anschreiben, könnten sie in Kriegs- und Krisenseiten "damit ein öffentliches Zeichen für Menschlichkeit und Nächstenliebe" setzen. Der Angst und inneren Kälte solle mit Wärme, zwischenmenschlichem Austausch und Zusammensein begegnet werden.

Die evangelische Kirche von Westfalen und andere Gliedkirchen der EKD hatten schon früh beschlossen, die kirchensteuerlichen Mehreinnahmen aus der Energiepauschale über die Diakonie für soziale Projekte zur Verfügung zu stellen. Das ermöglicht vielen Gemeinden die Umsetzung ihrer Wärmewinter-Projekte.

All diese konkreten Beispiele und viele darüber hinaus spiegeln landauf landab den Gedanken der Aktion wider. Denn Menschen benötigen in Kriegs- und Krisenzeiten ein solches Angebot aus Wärme, Unterstützung und Beratung. Genau hier setzt die EKD- und Diakonie-Aktion an: Das ist #wärmewinter.

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AktuellesGemeinden
news-2432Fri, 20 Jan 2023 10:02:23 +0100Feierlicher Gottesdienst in der Bielefelder Süsterkirchehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neues-mitglied-der-kirchenleitung-eingefuehrt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=eddc47341f8341ce04baf04f67297165MedienInfo 05/2023

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EkvW) ist offiziell wieder vollständig. In einem feierlichen Gottesdienst in der Bielefelder Süsterkirche wurde am Donnerstag Peter Winkemann (54) als neues nebenamtliches Mitglied eingeführt. Winkemann folgt auf Silke Eilers, die aus persönlichen Gründen auf die weitere Mitwirkung in dem Gremium verzichtet hatte.

Peter Winkemann war auf der Herbsttagung der westfälischen Landessynode im vergangenen November mit großer Mehrheit gewählt worden. Der selbstständige Unternehmer führt ein Stanztechnik-Unternehmen im sauerländischen Plettenberg. Seit vielen Jahren engagiert sich Winkemann in unterschiedlichen Funktionen in der evangelischen Kirche, beispielsweise im Presbyterium seiner Heimatgemeinde und in der Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg. Er war lange Mitglied im ständigen Theologischen Ausschuss der EKvW und zuletzt Sprecher der westfälischen Prädikantinnen und Prädikanten. 

Peter Winkemann freut sich auf die Herausforderungen, die sein neues Amt mit sich bringen wird. Für die aktuellen Transformationsprozesse in der evangelischen Kirche wünscht sich das neue Mitglied der Kirchenleitung klare Zielsetzungen, so wie er sie auch für die Führung seines Unternehmens benötigt. Vor allem aber möchte er „Menschen wieder aktiver einladen, verständlicher von Jesus Christus zu reden.”

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AktuellesGemeindenMedien
news-2431Thu, 19 Jan 2023 09:23:00 +0100Kirchenleitung beruft Kirchenmusiker aus Zürichhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neuer-rektor-der-hochschule-fuer-kirchenmusik/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=3775fb836b70ca1d5b11fe56ef110200MedienInfo 04/2023

Zum neuen Rektor der westfälischen Hochschule für Kirchenmusik hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen den Kirchenmusiker und Liturgiewissenschaftler Jochen Kaiser berufen. Der gebürtige Greifswalder wechselt aus der Schweiz nach Westfalen. Derzeit gestaltet er die kirchenmusikalische Arbeit in der Reformierten Kirche im Kanton Zürich und hat einen Lehrauftrag an der Zürcher Hochschule der Künste.

Der künftige Rektor der Hochschule studierte in Dresden, Heidelberg, Leipzig und Greifswald, wo er seine Promotion über „Religiöses Leben durch Gottesdienstliche Musik“ ablegte. Berufliche Aufgabe führten Jochen Kaiser unter anderem nach Marburg, Erlangen und Leipzig, bevor er Anfang 2017 nach Zürich wechselte. Dort ist er in der dortigen Landeskirche für Musik und Gemeindeentwicklung zuständig.

Als neuer Rektor der Hochschule für Kirchenmusik wird Jochen Kaiser sich insbesondere der Gestaltungsaufgabe widmen, die beiden Hochschulstandorte in Herford, wo klassische Kirchenmusik gelehrt wird, und in Witten, dort ist in den vergangenen Jahren der popularmusikalische Flügel entstanden, zusammenzuführen. Beide Standorte werden laut Kirchenleitungsbeschluss in einer neu entstehenden gemeinsamen Hochschule in Bochum zusammenfließen.

Die Fusion der beiden Hochschulstandorte sieht Jochen Kaiser als Herausforderung und Chance. Vielfalt, so der künftige Rektor, sehe er als Bereicherung, insbesondere wenn es gelinge, die verschiedenen Zugänge zu einem Ganzen zu formen. Die zukunftsweisende Entscheidung der Landeskirche, beide Flügel zu vereinen, eröffne ein großes Potenzial für die kirchenmusikalische Entwicklung, so Kaiser in seiner Vorstellung. Im sogenannten klassischen und im popularmusikalischen Bereich seien die Musizierhaltungen unterschiedlich. Sie könnten sich aber gegenseitig befruchten, ist der designierte Hochschulleiter überzeugt. Kaiser selbst hat Erfahrungen auf beiden Feldern der Kirchenmusik.

Letztlich, so der 51-jährige Kirchenmusiker, dem Praxis und Lehre gleichermaßen wichtig sind, sei entscheidend, dass Musik Gottesdienste liturgisch und spirituell mitgestalte. Ob dies eher klang- oder rhythmusorientiert geschehe, sei zweitrangig. Als Herzensanliegen in der neuen Aufgabe beschreibt es Jochen Kaiser, „junge Menschen zu begleiten, die durch ästhetisch-musikalische Performances sich selbst und andere spirituell anregen.“

Jochen Kaiser wird seine neue Aufgabe zum frühestmöglichen Zeitpunkt übernehmen. Dienstantritt wird voraussichtlich der Mai dieses Jahres sein. Wenn möglich, möchte der neue Rektor schon den Start des neuen Sommersemesters begleiten.

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AktuellesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2430Wed, 18 Jan 2023 12:32:00 +0100Unterstützung und Seelsorge für Lehrende und Schülerschafthttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/entsetzen-ueber-gewaltandrohung-an-schule/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8203740be2c3db5059c82923717753e8MedienInfo 03/2023

Bielefeld/Gelsenkirchen. Mit Entsetzen haben Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche von Westfalen auf eine Gewaltandrohung reagiert, die am Mittwoch, 18. Januar, zur Räumung der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen-Bismarck und zu einem umfangreichen Polizeieinsatz vor Ort geführt hatte.

Die Landeskirche, die Trägerin der Evangelischen Gesamtschule ist, sagte umgehend allen Beteiligten, Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrenden und Schulleitung Unterstützung und seelsorgerliche Begleitung zu. Ein bislang Unbekannter hatte laut Polizei Münster eine Gewalttat per E-Mail angekündigt. Die Polizei sicherte daraufhin das Gebäude mit starken Kräften und räumte die Schule.

„Wir sind erschüttert über diese Androhung von Gewalt gegen Leib und Leben von Menschen, Lehrenden wie Kindern, und über den Hass, der darin offenkundig zum Ausdruck kommt. Und wir beten für alle Beteiligten, dass sie die Kraft finden, den Schock und die Angst zu überwinden und zu einem geregelten, vertrauensvollen Miteinander zurückkehren zu können“, sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, in einer ersten Reaktion.

Zugleich sagte die Landeskirche den Betroffenen Unterstützung und Seelsorge vor Ort zu. Notfallseelsorgende der evangelischen Kirche und Psycholog*innen nahmen sich der Menschen in der Gesamtschule an und stehen ihnen für Rat und Hilfe zur Verfügung, so der zuständige Schuldezernent im Landeskirchenamt Rainer Timmer.

Präses Annette Kurschus dankte den Vertreterinnen und Vertretern von Schulleitung und Lehrerschaft sowie anderen Beteiligten für ihren Einsatz. Sie hoffe auf eine baldige Klärung und Entspannung der Situation, sagte die leitende Geistliche. Sie wünschte allen Beteiligten Kraft und Gottes Geleit.

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AktuellesMedien
news-2427Thu, 12 Jan 2023 11:41:15 +0100Eröffnung mit Fachtag und Gottesdienst in Dortmundhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/neues-institut-fuer-mission-und-oekumene-in-westfalen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=9ff895753157ba6121fecf95f9b88bb1MedienInfo 02/2023

Das „oikos-Institut für Mission und Ökumene“ hat mit Beginn des Jahres 2023 seine Arbeit aufgenommen. Das neue Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist zuständig für Gemeinde- und Kirchenentwicklung, Entwicklungsdienst und weltweite Nachhaltigkeit, Mission und Kirchenpartnerschaften, Ökumene und den interreligiösen Dialog.

Das Institut ist im Haus Landeskirchlicher Dienste in Dortmund (Olpe 35) angesiedelt.

Offiziell eröffnet wird die landeskirchliche Einrichtung mit einem Fachtag (Beginn: 15.00 Uhr) im Reinoldinum und einem Gottesdienst am Freitag, 20. Januar, um 18.00 Uhr in der Dortmunder St. Reinoldikirche. Im Gottesdienst wird die Präses der EKvW Annette Kurschus die neue Institutsleitung einführen. Im Anschluss daran findet ein Empfang statt.

Das oikos-Institut ist aus zwei bisher eigenständigen landeskirchlichen Einrichtungen entstanden: dem Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe) und dem Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm – früher: Amt für missionarische Dienste). Das ehemalige Amt für MÖWe - zunächst als Arbeitsstelle vor mehr als 25 Jahren gegründet - bündelte die ökumenischen Beziehungen der Landeskirche; das igm war schwerpunktmäßig für die Gemeindeberatung, Entwicklung neuer Angebote für die Gemeindearbeit und die Werkstatt Bibel zuständig.

Das oikos-Institut mit derzeit 36 Mitarbeitenden wird von Pfarrer Ingo Neserke (ehemals Leitung des igm) geleitet, neue stellvertretende Leiterin ist Katja Breyer. Die bisherige Leiterin des Amtes für MÖWe, Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, wird nach dem Erreichen der Altersgrenze im Gottesdienst offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Die Zusammenlegung beider Einrichtungen wurde in einem mehrjährigen Prozess vorbereitet. Das neue Institut sei keine reine Strukturreform, betont dessen Leiter Neserke. Es wolle vielmehr seine Netzwerke pflegen und neue aufbauen, Aktivitäten und Kooperationen mit kirchlichen und nicht-kirchlichen Partnern weiterentwickeln, neue Zugänge zum Glauben eröffnen und Menschen unterschiedlicher Konfessionen und Kulturen zusammenbringen. „Das oikos-Institut bietet die Chance, die Kraft des Glaubens zu entdecken sowie für eine gerechte Welt einzutreten“, ist Ingo Neserke überzeugt.

Das ‚oikos‘-Institut trägt in seinem Namen das griechische Wort für ‚Haus‘ und ‚Haushalt‘. Es ist zugleich Bestandteil der Wörter Ökumene, Ökonomie, Ökologie und Oikodomo (Gemeindeaufbau). Auf die Bedeutung von oikos sowohl für die inhaltliche Arbeit in Westfalen als auch für die ökumenischen Beziehungen der westfälischen Landeskirche werden Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen von Mission und Ökumene beim Fachtag eingehen.

Für Präses Annette Kurschus steht das neue oikos-Institut für das ökumenische und missionarische Profil der westfälischen Kirche. „Ich sehe eine große Chance in dieser gezielten Bündelung von Kräften. Sie scheint mir nötig und sinnvoll im Blick auf die großen Aufgaben, die vor uns liegen“, sagte Kurschus im Vorfeld der Institutseröffnung.

Der zuständige Ökumene-Dezernent der westfälischen Landeskirche, Landeskirchenrat Albrecht Philipps, sieht im neuen Institut die Möglichkeit, dass Kirche durch konkrete missionarische Angebote von der Werkstatt Bibel über Glaubenskurse, interreligiöse und interkulturelle Dialoge bis hin zum Einsatz für mehr globale Gerechtigkeit verstärkt gesellschaftlich sichtbar bleibt. „Das oikos-Institut trägt dazu bei, die Vielfalt im Glauben erlebbar zu machen und wird den Prozess der Interkulturellen Entwicklung der westfälischen Kirche künftig mitgestalten.“

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AktuellesMedien
news-2426Tue, 10 Jan 2023 18:44:22 +0100Appell von Präses Annette Kurschus zur Situation in Lützerathhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/respekt-wahren-auch-im-gesellschaftlichen-konflikt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=adee6e5a9d83c6b3cc2903d3ae7c686fMedienInfo 1/2023

Zur aktuellen Situation im nordrhein-westfälischen Lützerath äußert sich die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, in nachstehender Weise:

„Unsere Gesellschaft braucht am Beginn des Jahres 2023 keine Kraftakte, keine neuen Konfrontationen und Kampfszenen, sie braucht vielmehr eine Denk- und Gesprächspause darüber, wie wir den brüchigen sozialen Frieden in unserem Land, das angefochtene Vertrauen in die Politik und den so dringend nötigen Frieden mit der Schöpfung fördern können.

Die aktuell drohende Räumung von Lützerath macht auf bedrückende Weise klar, wie weit wir davon entfernt sind.

Längst sind Kohleförderung und -verstromung als falscher und ökologisch selbstmörderischer Umgang mit der Schöpfung und der Zukunft kommender Generationen erkannt worden. Das bringt immer mehr Menschen zur Verzweiflung, raubt auch geduldigen und nüchternen Menschen den Schlaf. Die Tagebaue im rheinischen Revier sind hierfür zum Symbol geworden, nicht zuletzt tragen sie auch effektiv zur globalen Erwärmung bei.

Deshalb ist es richtig, dass Kohleverstromung und -abbau – auch mit Zustimmung und Kooperation von RWE – 2030 an ihr Ende kommen. Und wir wissen, dass wir noch mehr tun müssen.

Vor diesem Wissen erscheint die Erweiterung von Förderstätten, die mit neuer Naturzerstörung einhergeht, als absurd. Ich kann verstehen, dass sich sehr viele Menschen damit nicht abfinden wollen. Und ich habe Respekt vor allen, die friedlich von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen und sich für einen ambitionierten Klimaschutz in NRW engagieren.

Richtig ist aber auch, dass der Staat die Aufgabe hat, bestehende Rechte durchzusetzen, zumal, wenn sie gegen Einspruch gerichtlich bestätigt wurden. Das ist ein unaufgebbarer Grundsatz unseres demokratischen Rechtsstaates, den es zu achten gilt.

Deshalb habe ich den gleichen Respekt vor Polizist:innen und Behördenmitarbeitenden, die für diesen Grundsatz einstehen – unabhängig davon, wie sie selbst in dieser Sache denken und entscheiden würden. Und ich fordere dazu auf, diesen Respekt auch im Protest gegen die Räumung zu wahren und zu zeigen. 

Lützerath ist der Ort, an dem in diesen Tagen gesellschaftliche Interessen- und Zielkonflikte hart aufeinanderprallen. Es sind Menschen, die in diesem Konflikt handeln und die entscheiden können. Ich appelliere an sie alle, dass es nicht zu Gefahr für Leib und Leben kommt. Wir brauchen zur Abwendung der ökologischen Katastrophe und zur Bewältigung der großen gegenwärtigen Krisen unbedingt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer heute handelt, muss bedenken, dass wir morgen und in Zukunft auf beides dringend angewiesen sind: auf Menschen, die sich unermüdlich für den Klimaschutz engagieren, und auf ein Recht, das verlässlich und durchsetzbar ist. Was wir nicht brauchen, sind Szenen und Bilder von Gewalt und Zerstörung, die nur eines bewirken: Verzweiflung und Abwendung von der Demokratie.

Wir als evangelische Kirche im Energie- und Industrieland NRW erklären uns bereit, als Partnerin und Mitgestalterin am notwendigen ökologischen Umbau mitzuwirken.“

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AktuellesKlimaPräsesMedien
news-2425Fri, 06 Jan 2023 11:08:42 +0100Sternsinger überbringen Segenswünsche zu Epiphaniashttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/christus-mansionem-benedicat-christus-segne-dieses-haus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=50cb5d432edabde8c4612fecf4e374ce40 Sternsinger aus der katholischen St. Jodokus-Gemeinde waren am Freitag in der Bielefelder-Innenstadt unterwegs und überbrachten den Segen an öffentliche Einrichtungen. So freute sich auch Präses Annette Kurschus über die Segenswünsche der „Heiligen drei Könige“.

Wo im vergangenen Jahr noch Masken und gesprochene Worte vonnöten waren, durfte in diesem Jahr wieder demaskiert gesungen werden. Präses Annette Kurschus lobte das Engagement der drei ,Könige' und betonte die Bedeutung des Spendensammelns für Kinder in Indonesien. Unter dem Motto „Kinder stärken, Kinder schützen - in Indonesien und weltweit“ ziehen katholische Kinder und Jugendliche 2023 von Haus zu Haus. Diesem Spendenzweck fühlt sich auch die Evangelische Kirche von Westfalen in besonderem Maße verbunden und füllte gern die Spendendose von Emilie, Franziska und Moritz.

Die Sternsinger der St. Jodokus-Gemeinde werden auch am Wochenende noch alle Hände voll zu tun haben. Am Samstag und Sonntag besuchen sie die privaten Haushalte ihrer Gemeinde - und hoffen auf weitere Spenden für Kinder in Not.

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AktuellesPräses
news-2424Fri, 23 Dec 2022 15:03:03 +0100Einsatz für Menschen in Armut bleibt notwendighttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/westfaelische-praeses-zu-gast-beim-mittagstisch-fuer-wohnungslose/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=808921ba1d8171ff78a96913fe75ef86„Fünf Sterne heute“ lobt eine Besucherin in Richtung Küche. Im Wattenscheider ‚Mittagstisch für Wohnungslose‘ gibt es heute Grünkohl. Im Speisesaal steht schon ein Tannenbaum, auf den Tischen Adventsschmuck. Rund 30 Frauen und Männer kommen hier jeden Tag hin, um mittags eine warme Mahlzeit zu bekommen, die sie sich sonst nicht leisten könnten.

Heute, kurz vor Weihnachten, sitzt ein besonderer Gast mit am Tisch. Annette Kurschus ist zum Mittagessen gekommen. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte sich gewünscht, die Einrichtung, die das Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid seit vielen Jahren betreibt, kennenzulernen und mit Gästen und Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen.

Das gelingt schnell. Gegenüber am Tisch sitzt zum Beispiel Horst Plewe. Wie viele hier ist der Mann aus dem Stadtteil Hüntrop Stammgast beim Mittagstisch. Er erzählt von seiner persönlichen Situation, die familiären Hintergründe und die Art und Weise, wie er sein Leben trotz aller Not und Widrigkeit meistert. Und auch sein Tischnachbar Bennedeto Mauro erzählt. Er kam als Kind aus Italien in den ‚Pott‘, hat noch eine Schwester in Italien, sonst aber keine Angehörigen mehr. Die Präses fragt nach, lässt sich berichten und beeindrucken, und es wird auch miteinander gelacht am Tisch.

Wiederholt hatte Annette Kurschus in den vergangenen Monaten gefordert, mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf Menschen in Armut und mit geringem Einkommen zu richten. Beim Wattenscheider Mittagstisch, so die Präses, wolle sie sich einen konkreten Eindruck vor Ort verschaffen. Denn sie möchte nicht nur über Menschen in Armut reden, sondern auch mit ihnen, so die leitende Geistliche.

Nach dem Essen setzt sich Annette Kurschus mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zusammen. Sie berichten von ihrem Einsatz, von den Gästen, von Entwicklungen in der Arbeit des Mittagstisches. Den gibt es schon seit 1995. Er finanziert sich großenteils aus Spenden, die angeschlossene Sozialberatung, die Menschen hier in Anspruch nehmen können, wird öffentlich gefördert.

Die Hilfen beim ‚Mittagstisch‘ gehen weit über das gemeinsame Mittagessen hinaus. Die Einrichtung hat täglich von 8 Uhr bis in die Nachmittagsstunden geöffnet. Wer hierher kommt und keine andere Möglichkeit hat, kann auch duschen, sich die Haare waschen – oder erhält auch mal neue Kleidung, wenn es nötig ist. Die Ursachen für Armut oder Wohnungslosigkeit, so auch die Erfahrung in Wattenscheid, sind vielfältig. Oft greifen Zäsuren in einem Lebensweg ineinander: Trennung, Tod von Angehörigen, Verlust des Arbeitsplatzes, Erkrankungen oder vieles mehr.

Neben der materiellen Armut belastet meist das Gefühl der Einsamkeit. Viele der Besucherinnen und Besucher brächten zudem in zunehmender Weise psychische Probleme mit, berichten die Mitarbeitenden. So bekommen Einrichtungen wie der Mittagstisch vielschichtige Hilfedimensionen. „Hier geht es nicht nur darum, dass Menschen eine warme Mahlzeit bekommen, sondern es geht auch um die Gemeinschaft, gegen die Einsamkeit“, sagt Annette Kurschus bei ihrem Besuch.

Das Team des Mittagstisches besteht aus 10 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, einem fest angestellten Sozialarbeiter, einem Sozialhelfer, einem Studenten und einer Reinigungskraft. Sie sind dankbar für den Besuch und das Interesse der Präses und Ratsvorsitzenden. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass sich Frau Dr. Kurschus unser Angebot anschaut und sich Zeit dafür nimmt, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Heike Lorenz, Einrichtungsleitung der Beratungsdienste im Diakoniewerk.

Am Ende des Treffens dankt Präses Kurschus den Mitarbeitenden für ihr engagiertes und empathisches Wirken. Wenn sie sich künftig weiterhin für die Entlastung von Menschen, die in Armut leben, einsetzt, wird sie die Gespräche in Wattenscheid in Erinnerung haben.

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AktuellesPräsesGesellsch. VerantwortungWeihnachtenMedienWirtschaft, Arbeit, Soziales
news-2423Fri, 23 Dec 2022 10:21:00 +0100Botschaft von Präses Annette Kurschus zu Weihnachtenhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/ihr-werdet-finden-das-kind-in-windeln-gewickelt-und-in-einer-krippe-liegen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2aec1dfe8d34c11375669afd5f9fc8d3Den vertrauten Satz aus der biblischen Weihnachtsgeschichte kann ich in diesen vorweihnachtlichen Tagen kaum hören ohne die Nachrichten aus den Notaufnahmen der Kinderkliniken im Ohr. Gott kommt als hilfsbedürftiges Kind zur Welt. Das Heilige ist eingewickelt in das buchstäblich Beschissenste, was man sich vorstellen kann: in Windeln.

Das Göttliche in einem Futtertrog fürs Vieh. Gott selbst in einem dunklen Stall, in dem die Zukunft für alle, die da hocken, so quälend ungewiss ist. Der schreiende Säugling ohne Herberge hält uns eindringlich vor Augen, worauf es ankommt.

Wer auf der Suche nach dem Sinn des Weihnachtsfestes ist, sehe sich Bilder von einer Notaufnahme einer Kinderklinik an. Alle, die beten möchten, mögen beharrlich für die Eltern beten, die kein Bett für ihre Kinder finden. Alle, die spenden wollen, mögen es für Familien tun, die am Limit sind.

Die Heilige Familie der Weihnachtsgeschichte ist keine heile Familie. Alle Familien, die gegenwärtig mit dem Unheil ringen – sie sind Gott heilig. Und die Hirten, das sind für mich in diesem Jahr zum Beispiel die Ärztinnen und Ärzte, die an den Feiertagen ihre Praxen öffnen. Vielleicht fällt Ihnen auch ein Ort ein, wo Sie Hirtin oder Hirte sein können?

Ich wünsche Ihnen, wonach wir alle uns in diesem Jahr besonders sehnen, und grüße Sie mit dem alten Gruß der Christenheit: Friede sei mit Euch!

Ihre Annette Kurschus

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AktuellesPräsesWeihnachten
news-2422Wed, 21 Dec 2022 10:13:40 +0100Deutsche Kirchen helfen Menschen in Sri Lanka mit 45.500 Euro Soforthilfehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wirtschaftskrise-sorgt-fuer-nahrungsmittelknappheit-und-hunger/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8f9b87e803d8d2e6551a0569ec4ac8c9Nahrungsmittelknappheit und Hunger sind für mehrere Millionen Menschen in Sri Lanka aufgrund der größten Wirtschaftskrise des Landes seit der Unabhängigkeit akut.

Die örtliche Methodistenkirche hilft den Notleidenden so gut es geht. Unterstützung erhält sie dabei jetzt von der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mit einer Soforthilfe in Höhe von insgesamt 45.500 Euro.

Das de facto bankrotte Land kann wichtige Güter, die aus dem Ausland importiert werden, wie Medikamente, Nahrungsmittel, Treibstoff und Gas zum Kochen, nicht mehr bezahlen. In dieser Lage hat es sich die Methodistenkirche in Sri Lanka, die auch Mitgliedskirche der VEM ist, zur Aufgabe gemacht, den vielen wirtschaftlich notleidenden Menschen so gut es geht zu helfen. Fast 28 Prozent der rund 21 Millionen Menschen in Sri Lanka sind von der Nahrungsmittelknappheit betroffen und leiden Hunger. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben 2,9 Millionen Kinder in unmittelbarer Not. Die hohe Inflation und die steigenden Kosten für die Dinge des täglichen Lebens zwingen die Haushalte in dem südostasiatischen Inselstaat dazu, den Großteil ihres Gesamteinkommens für Lebensmittel ausgeben. Dies hat zur Folge, dass den Menschen in Sri Lanka kaum noch Geld übrig bleibt, um z. B. Medikamente zu kaufen.

Katastrophen, Krieg und Corona-Pandemie hinterlassen tiefe Spuren

Sri Lanka befindet sich seit vielen Jahren im Krisenmodus, so hat das Land heute immer noch mit den Folgen des verheerenden Tsunamis im Jahr 2004 zu kämpfen. Hinzu kommen die gesellschaftlichen Langzeitauswirkungen eines Bürgerkriegs, der 2009 nach 26 Jahren zu Ende ging, und das Trauma der Bombenanschläge an Ostern 2019. Auch die Konsequenzen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hinterlassen tiefe wirtschaftliche Spuren. Im März dieses Jahres gingen die Menschen in zahlreichen Protesten gegen die Regierung auf die Straße und setzten dabei ihren Präsidenten Gotabaya Rajapaksa ab, nachdem dieser das Land heruntergewirtschaftet und die Demokratie- und Menschenrechte zunehmend eingeschränkt hatte. Angesichts dieser Krisen brach zwischenzeitlich auch der für die Devisenbeschaffung so wichtige Tourismussektor ein.

Methodistenkirche vor Ort leistet materielle und geistliche Hilfe

Die rund 32.000 Mitglieder zählende Methodistenkirche vor Ort plant als Sofortmaßnahme die Einrichtung eines umfassenden Sozialhilfeprogramms, des sogenannten „Good Samaritan Journey“, um mit der Bereitstellung von Nahrung sowie durch Aufklärungsarbeit, Fördermaßnahmen im Bildungsbereich, Beratung und medizinische Versorgung direkte Hilfe zu leisten. So erhalten beispielsweise die Bedürftigsten, darunter Frauen und Kinder, zweimal wöchentlich eine nahrhafte Mahlzeit. Außerdem werden chronisch Kranke kostenfrei medizinisch versorgt. Angesichts der landesweiten großen Not bildet die Kirche zudem Berater aus, die diese besonders bedürftigen Menschen identifizieren, um ihnen zusätzliche Unterstützung zukommen zu lassen. Mit der kirchlichen Nothilfe ist nicht zuletzt die Hoffnung auf den Wiederaufbau des Landes verbunden. „Unsere Mitgliedskirche vor Ort versteht sich als wichtiges Symbol der Hoffnung. Sie schafft die Grundlage für ein soziales Netzwerk und fördert in Gottesdiensten und Gebeten den Zusammenhalt in den Gemeinden. Und die Menschen, die momentan besonders unter der Krise leiden, erhalten eine überlebenswichtige Grundversorgung. Damit verbunden ist auch die Hoffnung auf ein besseres Leben“, so beschreibt Pfarrerin Dr. Dyah Krismawati, Leiterin der Region Asien der VEM, die Herausforderungen der Kirche in den nächsten Monaten.

Stichwort: Spenden für Sri Lanka

Die Nothilfe der Methodistenkirche in Sri Lanka kann unterstützt werden mit einer Online-Spende oder Überweisung an die: Vereinte Evangelische Mission
KD-Bank eG, IBAN DE 45 3506 0190 0009 0909 08
Stichwort: Hoffnung für Sri Lanka

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AktuellesGemeindenMedienMitarbeitende
news-2421Tue, 20 Dec 2022 13:41:18 +0100Präses Annette Kurschus ehrt und entpflichtet Simone Conradhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wittgensteiner-superintendentin-verabschiedet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=dcd6a1b25caa01f63fa3d20c30f4cdd3„Ich kann nur Krise“, das sagte Superintendentin Simone Conrad am Sonntag während ihrer Predigt in Bezug darauf, dass sie in ihrer 27-monatigen Amtszeit zunächst mit Corona und anschließend mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie den damit verbundenen Auswirkungen auf die Menschen und Kirchengemeinden in Wittgenstein und Hochsauerland konfrontiert war.

Rund 100 Besucherinnen und Besucher waren in den Gottesdienst am Nachmittag des vierten Advents in die Raumländer Kirche gekommen. Darunter die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Annette Kurschus, in diesem Fall als Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Denn Simone Conrad wurde in diesem Gottesdienst als Leiterin des Wittgensteiner Kirchenkreises verabschiedet und entpflichtet, auch wenn sie bis zum Jahresende das Amt der Superintendentin bekleidet. Aus allen 14 Kirchengemeinden des Kirchenkreises waren Gäste in Raumland. Neben Matthias Braun an der Orgel umrahmte ein Wittgensteiner Ensemble mit Bläserinnen und Bläsern aus den CVJM-Posaunenchören Erndtebrück, Feudingen, Girkhausen, Hesselbach, Oberndorf und Raumland den Gottesdienst musikalisch, ebenso wie der weltliche Chor „Chorisma“ aus Birkelbach, wo Simone Conrad bis September 2020 Gemeindepfarrerin war.

Die halbe Stelle in Birkelbach hatte sie damals nach ihrer Wahl zur Superintendentin gegen die halbe Stelle in der nebenamtlichen Leitung des Wittgensteiner Kirchenkreises eingetauscht. Die ersten Schritte zur Vereinigung der Nachbar-Kirchenkreise Wittgenstein und Siegen waren da bereits unternommen, und von Anfang an hatte Simone Conrad signalisiert, dass sie für das Amt bis zum Entstehen des Kirchenkreises Siegen-Wittgenstein zur Verfügung stehen werde, diesen danach aber verlasse.

Der neue Kirchenkreis wird am 1. Januar 2023 Realität. Ausdrücklich lobte Annette Kurschus die Art und Weise, wie Simone Conrad ihre Position als Interims-Superintendentin mit Leben gefüllt habe. Auch deshalb überreichte die Präses ihr in Raumland das Bronzekreuz der Landeskirche. Über dem Gottesdienst stand die Jahreslosung von 1962 - dem Geburtsjahr der scheidenden Superintendentin - als Leitmotiv: „Sorgt euch nicht, die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Deutlich sagte Simone Conrad, wie genau dieser Gedanke sie durch die Krisen getragen habe und wie er zudem eine gute Perspektive sei für die Veränderungen, die der neue Kirchenkreis mit sich bringe.

Viele der Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes blieben zum anschließenden Empfang im Raumländer Gemeindehaus, wo es nicht nur Kaffee und Kuchen und Schnittchen gab, sondern auch Irish Folk von Stefanie August und Ingo Hackler. Zwischen den Grußworten kamen sie mit Akkordeon, Gitarre und Gesang zum Einsatz. Superintendent Peter-Thomas Stuberg als Simone Conrads Gegenüber auf Siegener Seite, Synodalassessor Peter Liedtke als ihr Stellvertreter in Wittgenstein und Stefan Berk als ihr Vorgänger im Amt dankten der scheidenden Superintendentin für ihre Arbeit, wobei Stefan Berk, inzwischen Leiter der Stabsabteilung „Theologie und Diakonie“ und des Pastoralen Dienstes beim Evangelischen Johanneswerk in Bielefeld, auch auf das große diakonische Engagement von Simone Conrad einging, die mit ihrer zweiten halben Stelle seit sechs Jahren die Diakoniepfarrerin des Wittgensteiner Kirchenkreises ist. Kein Wunder also, dass auch Birgit Niehaus-Malytczuk als Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Wittgenstein ein Grußwort sprach. Genau wie in aller ökumenischer Verbundenheit Pfarrer Stephan Berkenkopf für den Katholischen Pastoralverbund Wittgenstein. Die wichtige Rolle von Kirche im Allgemeinen, aber auch von Simone Conrad im Besonderen wurde außerdem in den Grußworten der Bundestagsabgeordneten Luiza Licina-Bode aus Bad Laasphe, der Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach aus Sassenhausen sowie der beiden stellvertretenden Landrätinnen Ulla Belz aus Bad Berleburg für den Kreis Siegen Wittgenstein und Hiltrud Schmidt aus Olsberg für den Hochsauerlandkreis deutlich, schließlich gehören die Evangelischen Gemeinden in Eslohe, Schmallenberg und Winterberg ebenfalls seit Jahr und Tag zum Wittgensteiner Kirchenkreis und künftig auch zum neuen Kirchenkreis Siegen-Wittgenstein.

In dem ist Simone Conrad als Diakoniepfarrerin noch im Januar und Februar tätig, danach wechselt sie zum Pastoralen Dienst im Übergang, mit dem die Evangelische Kirche von Westfalen die Gemeinden während des Umbruchs unterstützt. Als ausgebildete systemische Gemeindeberaterin arbeitet Simone Conrad ab März 2023 in Hattingen.

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AktuellesPräsesGemeinden
news-2420Tue, 20 Dec 2022 08:52:41 +0100Kirchen und Schulministerin stellen Ergebnisse gemeinsamer Evaluation vorhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/konfessionell-kooperativer-religionsunterricht-in-nrw-wird-ausgeweitet/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=008bf3576a232b21b3032b321f68996dDie konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen gewinnt zunehmend an Bedeutung - und erfährt eine hohe Akzeptanz. Mehr als 108.500 Schülerinnen und Schüler nahmen im Schuljahr 2021/22 am kokoRu teil. Das ist das Ergebnis einer ersten Evaluation, die die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in Kooperation mit dem NRW-Schulministerium durchgeführt haben.

Seit Schuljahresbeginn 2018/19 können Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I auf Antrag konfessionell-kooperativen Religionsunterricht (kokoRu) innerhalb des NRW-Gebiets der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche sowie der (Erz-)Bistümer Aachen, Essen, Münster und Paderborn einrichten. Landesweit, außer im Bereich des Erzbistums Köln, haben bis zu Beginn des Schuljahres 2021/22 insgesamt 275 Grundschulen (9,87 Prozent) und 261 Schulen der Sekundarstufe I (11,57 Prozent) konfessionell-kooperativen Religionsunterricht beantragt.

Eine Erweiterung erfolgt zum Schuljahr 2023/2024, so dass die konfessionelle Kooperation künftig auch im Bereich der Diözese Köln möglich sein wird. Die Vereinbarung zwischen dem Erzbistum und der Evangelischen Kirche im Rheinland ist unterzeichnet, die schulfachlichen Voraussetzungen, wie zum Beispiel die erforderlichen Lehrkräftefortbildungen, werden seit diesem Monat geschaffen.

Die hohe Akzeptanz bestätigen die Ergebnisse der Evaluation der beiden Professuren für Religionspädagogik (Universität Siegen) im Auftrag der drei Landeskirchen und fünf Bistümer in NRW. Gemeinsam mit dem an der Evaluation beteiligten Prof. Ulrich Riegel erläuterten Oberkirchenrat Rüdiger Schuch (Evangelisches Büro NRW) und Dr. Antonius Hamers (Katholisches Büro NRW) am 19. Dezember die Ergebnisse im Rahmen der Landespressekonferenz in Düsseldorf. Die Kirchen sehen sich demnach bestärkt auf dem Weg zu mehr konfessioneller Kooperation: „Bei allen Beteiligten wurde eine hohe Akzeptanz von konfessionell-kooperativem Religionsunterricht (kokoRu) nachgewiesen. Der dialogisch-kooperative Ansatz ist nicht nur theoretisch ein gutes Konzept, sondern hat sich an den Schulen bewährt.“

Auch Schul- und Bildungsministerin Dorothee Feller würdigte die konfessionelle Kooperation im Religionsunterricht: „Der kokoRu ist gelebte Ökumene. Die stetig steigende Zahl der Schulen, die im Religionsunterricht konfessionell kooperieren, zeigt ebenso wie die Ergebnisse der Evaluation, dass der kokoRu von allen Beteiligten sehr gut angenommen wird. Dazu haben auch die hohen Qualitätsanforderungen an Konzeption und Umsetzung des kokoRu beigetragen. Ich bin überzeugt, dass der kokoRu einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, den bekenntnisorientierten Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen zu sichern.“

Die Ergebnisse in Kürze

In der Evaluation gab mehr als die Hälfte der Schulleitungen (56 Prozent) an, dass der Religionsunterricht im Kontext der weiteren Fächer eine „eher große“ oder „sehr große“ Bedeutung habe. Fast alle beteiligten Lehrkräfte wünschten sich eine Fortführung des kokoRu.

Der kokoRu sei von allen befragten Gruppen wie Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern umfassend bestätigt worden. Überwiegend als positiv empfunden werde, dass Lehrkräfte ihren religiösen Standpunkt sichtbar machen. 63 Prozent der Schülerinnen und Schüler sowie 81 Prozent der Eltern befürworteten dies.

Was genau ist kokoRu?

Konfessioneller Religionsunterricht unterscheide sich gerade darin von Religionskunde. Es gehe nicht darum, den Kindern und Jugendlichen den eigenen Glauben aufzuzwingen, sondern ihnen eine Auseinandersetzung zu ermöglichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen authentisch beide Konfessionen kennenlernen. So sei im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht der Lehrkräftewechsel verpflichtend und die transparente Positionalität der Markenkern des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts in NRW: „Darin unterscheidet sich unser Weg in die Zukunft des Religionsunterrichts von anderen Bundesländern.“

Weitere Ergebnisse zeigten, dass die Kinder zu Hause sehr viel häufiger vom Religionsunterricht erzählen. „Das werten wir als einen deutlichen Hinweis auf die Zukunftsfähigkeit dieser Organisationsform.“ Die Ergebnisse der Befragung bescheinigten dem kokoRu darüber hinaus, dass er da, wo nicht nur evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler an ihm teilnehmen, imstande sei, die Herausforderungen einer konfessionell und religiös heterogenen Lerngruppe zu achten und zu bewältigen. Die Evaluation zeige zudem weitere Entwicklungsmöglichkeiten auf: Schülerinnen und Schüler, Eltern und Schulleitungen wünschten sich über den Dialog der Konfessionen hinaus auch einen Dialog zwischen den Religionen.

Wie geht es nun weiter?

Die Landeskirchen und Diözesen in NRW haben daher als ein weiteres Ergebnis der Evaluation miteinander vereinbart, bestehende Versuche mit interreligiösen Modulen im Religionsunterricht auszuwerten und Qualitätsstandards zu entwickeln. Dabei gehe es nicht um eine neue oder andere Organisationsform des Religionsunterrichts, sondern die zeitnahe Entwicklung von Modellen, Leitlinien und Qualitätsstandards der Zusammenarbeit mit anderen Religionsunterrichten (zum Beispiel Islamischer Religionsunterricht) und dem Ersatzfach, die wissenschaftliche Auswertung und Austausch der entsprechenden Forschungsdesigns und Praxiserfahrungen, die Stärkung der Positionalität und Differenzsensibilität der Lehrkräfte als zentrales Anliegen der Lehrkräftebildung und -fortbildung sowie die Einrichtung kooperativer Lehrveranstaltungen in Hochschule, schulpraktischer Ausbildung und Lehrkräftefortbildung.

Oberkirchenrat Rüdiger Schuch und Dr. Antonius Hamers: „Wir sind froh, dass wir Aussagen im Koalitionsvertrag NRW finden, die in genau diese Richtung gehen. Die Landesregierung will den aufgezeigten Weg mitgehen und durch einen geregelten Dialog unterstützen. Darüber freuen wir uns sehr.“

Hintergrund:
Die Kirchen haben die konfessionelle Kooperation im Schuljahr 2019/2020 evaluieren lassen, um einen guten konfessionellen Religionsunterricht für die Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Dieser helfe ihnen, ihre Identität zu entwickeln, die eigene Kultur zu verstehen, aber auch andere Kulturen und Religionen. Wenn die Jugendlichen ihren eigenen Standpunkt in der kritischen Auseinandersetzung geklärt haben, können sie ihr Recht auf Religionsfreiheit bewusst wahrnehmen. Bildung braucht Religion.

Besonderer Dank geht an:
Professorin Mirjam Zimmermann (evangelische Theologie, Universität Siegen) und Professor Ulrich Riegel (katholische Theologie, Universität Siegen) für ihre mehrjährige Forschung, an die beteiligten Zielgruppen, Schulleitungen und Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, und hier besonders an die, die noch im ersten Corona-Lockdown teilgenommen haben. In einer Zeit großer Unsicherheit, als der Alltag völlig auf den Kopf gestellt war, füllten sie Online-Fragebögen für eine wissenschaftliche Untersuchung aus. Ohne diesen Rücklauf hätte ein entscheidendes Element gefehlt.

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AktuellesBildungMission und ÖkumeneInterreligiöser Dialog
news-2418Fri, 16 Dec 2022 10:50:27 +0100Bund beteiligt sich mit 4,8 Millionen Euro an Sporthallen-Neubauhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/millionenfoerderung-fuer-evangelisches-soederblom-gymnasium/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fb38d2727f8a9a34bd7813224b572253Der lange geplante Bau einer neuen Sporthalle am Evangelischen Söderblom-Gymnasium in Espelkamp wurde am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Bundestages für förderwürdig befunden – die Maßnahme wird zu 45 Prozent bezuschusst. Der Bund übernimmt damit insgesamt Kosten von 4,8 Millionen Euro am Gesamtprojekt. 

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) als Trägerin der Schule hat sich in guter Zusammenarbeit mit der Stadt Espelkamp um den Antrag auf Fördermittel gekümmert und ist für die Umsetzung des Neubaus zuständig. Der Förderantrag, der richtlinienkonform von der Stadt gestellt wurde, muss nun in einer zweiten Stufe konkretisiert werden. Der finale Antrag soll dann im Sommer 2023 bewilligt werden.  

Bei der EKvW ist man froh über die Förderzusage des Bundes. Ziel ist es jetzt, nach der endgültigen Entscheidung zügig die Bauleistungen vergeben zu können. Bei planmäßigem Verlauf und guten Witterungsbedingungen könnten die Arbeiten Ende des Jahres 2023 beginnen. „Wir sind froh über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Espelkamp beim Einwerben der Fördermittel“, sagte Landeskirchenrat Friedrich Beyer.

Die Sporthalle des Söderblom-Gymnasiums ist derzeit nicht benutzbar und soll durch den Neubau einer Zweifach-Sporthalle auf dem Gelände des Evangelischen Schulzentrums ersetzt werden. Der schulische Sportunterricht findet aktuell an anderen Sportstätten statt. Der Ersatzneubau wird eine deutliche Senkung der Treibhausgas-Emissionen zur Folge haben. Die Halle wird in das Fernwärme-Netz der Stadtwerke eingebunden. Zusätzlich soll auf den Dachflächen der Einsatz von Solarthermie und Photovoltaik ermöglicht werden. Rund 84 Tonnen CO2-Ausstoß jährlich soll das energetisch optimierte Gebäude somit einsparen. 

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AktuellesGemeindenMedien
news-2416Wed, 14 Dec 2022 12:30:47 +0100Forderung nach konkreten Maßnahmen auf der NRW-Armutskonferenzhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/finanzielle-hilfen-und-respekt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=6dada2078fb4f26f3aca8c3ba8ac2984MedienInfo 47/2022

„Armut braucht Aufmerksamkeit“, das steht für Landes-kirchenrat Jan-Dirk Döhling außer Frage. Der Dezernent für gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) nimmt am Mittwoch (14.12.2022) an der „Konferenz gegen Armut“ teil, zu der die nordrhein-westfälische Landesregierung nach Essen eingeladen hat.

Schon die Coronapandemie habe Armutsbetroffene weit stärker belastet als andere; finanziell, sozial und auch im Blick auf Bildungschancen, sagt Döhling. Energiepreissteigerungen und Inflation infolge des Krieges gegen die Ukraine belasteten die Betroffenen umso mehr.

„Leider aber sind bisher viele Hilfs- und Entlastungsprogramme an der Lebenssituation von Armen vorbeigegangen“, beklagt Döhling. Der Landeskirchenrat begrüßt, dass die Landesregierung auf der Armutskonferenz die Situation von Armutsbetroffenen in den politisch-gesellschaftlichen Diskurs zurückhole. Dabei brauche es den Dialog und die Zusammenarbeit von vielen gesellschaftlichen Gruppen von Bund bis zum Land, von den Kommunen über die Energieversorger bis zu den Kirchen und Verbänden.

„Wir reden über so vieles, aber zu wenig über Armut und mit Armutsbetroffenen“, sagte Jan-Dirk Döhling im Vorfeld der Konferenz. „Es braucht nicht zuletzt auch Respekt für Menschen in Armut, die in schwierigsten Lagen ihr Leben meistern und füreinander da sind.“

Döhling forderte, hinreichende finanzielle Mittel für von Armut Betroffene bereitzustellen. Dazu gehörten direkte Hilfen, aber insbesondere auch Mittel für Beratung. „Viel zu oft finden Menschen nicht die Hilfe, die ihnen zusteht“, so der Landeskirchenrat, „weil sie schlicht nicht davon wissen, weil die Anträge sie überfordern, oder vielleicht auch weil sie sich schämen.“ Hier brauche es Akzeptanz, Ermutigung und niederschwellige Anlaufstellen, so Döhling. Er verwies auf die rund fünf Millionen Euro Mehreinnahmen infolge der Energiekostenpauschale, die die EKvW für diese Zwecke einsetze.

Döhling lobte die Verdoppelung der Kältehilfen für Obdachlose seitens des Landes. Und er forderte einen Härtefonds für Menschen, die steigende Stromkosten nicht aufbringen könnten, weil deren massiver Anstieg in den Sozialleistungen nicht abgebildet werde. Sein Vorschlag: „Diese Hilfe könnte man dann auch mit einer Energieberatung verbinden, damit Kosten und Verbräuche nachhaltig sinken.“

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news-2415Tue, 13 Dec 2022 11:20:34 +0100Anke Gödersmann folgt auf Achim Reinstädtlerhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wechsel-an-der-spitze-des-seminars-fuer-pastorale-ausbildung/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=153bbbe02eefad5e515f997b7c08a587In einem Gottesdienst in der Wuppertaler Thomaskirche haben die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, und der Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Christoph Pistorius, den Leiter des Seminars für pastorale Ausbildung in Wuppertal, Achim Reinstädtler, in den Ruhestand verabschiedet. Als seine Nachfolgerin wurde Pfarrerin Anke Gödersmann bis zum Jahr 2024 mit der Seminarleitung beauftragt.

Achim Reinstädtler hatte schon als Gemeindepfarrer einen Lehrauftrag am damaligen Reformierten Predigerseminar in Elberfeld übernommen, aus dem das heutige Seminar für pastorale Ausbildung hervorging. 2004 begleitete er als Dozent die Fusion mit dem Predigerseminar Bad Kreuznach, 2009 den Zusammenschluss mit dem entsprechenden Seminar der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Seine Nachfolgerin und bisherige Stellvertreterin Anke Gödersmann war seit 2001 im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Villigst für die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren in der westfälischen Landeskirche zuständig. Nach der Fusion der westfälischen und der rheinischen Ausbildungsbereiche ist sie bereits seit Oktober 2009 im Seminar für pastorale Ausbildung tätig und dort für Seelsorge, Kasualien, Spiritualität, Gemeindeaufbau und Diakonie verantwortlich.

Das Seminar für pastorale Ausbildung in Wuppertal ist ein Ausbildungs- und Lernort für junge Theologinnen und Theologen, die ihr Studium abgeschlossen haben und sich auf den Pfarrberuf vorbereiten. Sie arbeiten als Vikarinnen und Vikare in Kirchengemeinden und werden durch Ausbildungskurse begleitet. Das Seminar wird von vier Landeskirchen getragen: der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Lippischen Landeskirche und der Evangelisch-reformierten Kirche.

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news-2414Thu, 08 Dec 2022 16:04:08 +0100Angebot für geflüchtete Kinder und Jugendlichehttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/psychotherapie-fuer-ukrainische-schuelerinnen-am-soederblom-gymnasium/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=acbcbb51fe99394f32e3565604468a49Seit Anfang des Schuljahres erhält das Söderblom-Gymnasium der EKvW für rund 40 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine professionelle psychotherapeutische Unterstützung. Jeden Donnerstag steht Psychotherapeutin Marina Etzhold den Kindern und Jugendlichen für Gespräche über traumatische Erfahrungen im Zusammenhang mit Flucht, Kriegserlebnissen und den Herausforderungen des Alltags in Deutschland zur Verfügung.

Darya (Name geändert) kommt mit ihrer Freundin aus dem Beratungszimmer. Sie hat sich beruhigt, aber ihren Augen sieht man an, dass sie geweint hat. Am Morgen musste ihr Vater nach einigen Wochen bei der Familie wieder zurück in die Ukraine. Wann es ein Wiedersehen gibt, ist ungewiss. Gut, dass heute die Psychotherapeutin in der Schule ist. Da konnte Darya gleich ein wenig aufgefangen werden.

Marina Etzhold ist Kinder- und Jugendtherapeutin und arbeitet in der Fachstelle „Trauma und Flucht“ in Bielefeld, einem Kooperationsprojekt von Arbeiterwohlfahrt und Diakonie. Neben  Ressourcenaktivierung und Imaginationsübungen vermittelt sie den Kindern Skills, also gezielte Fertigkeiten. Die können helfen, schwierige Gefühlslagen oder Anspannungszustände zu regulieren. Bisher lag ihr Schwerpunkt bei der Arbeit mit jungen Geflüchteten aus Afrika und Afghanistan; die Betreuung ukrainischer Kinder und Jugendlicher ist neu für sie. Von Vorteil ist, dass sie etwas Russisch kann, allerdings nach eigenen Angaben nur „gebrochen“.

Deshalb steht ihr als Dolmetscherin die Erzieherin Irina Kramer zur Seite. Sie arbeitet im katholischen Kinderhaus St. Marien in Espelkamp ist zwar keine gelernte Übersetzerin. Aber für die Kinder ist es wichtig, „dass einer ihre Sprache spricht“, sagt Kramer. Dann öffnen sie sich leichter.

Und es gibt vieles, was die ukrainischen Schülerinnen und Schüler belastet. Sie vermissen ihre Heimat, das steht ganz oben. Sie haben „Heimweh nach dem Heim“, wie es Marina Etzhold formuliert, nach Familie und Freunden, die noch dort sind, aber auch nach dem Leben dort. Hobbys mussten aufgegeben, Haustiere zurückgelassen werden. Dazu kommen traumatische Erlebnisse wie Bomben, Zerstörungen, Konfrontation mit dem Tod. Viele sind froh, erst einmal hier zu sein, in Sicherheit. Aber das Heimweh bleibt, auch wenn Kontakte so weit wie möglich aufrecht erhalten werden.

Kaum weniger belastend ist die Situation hier in Deutschland, vor allen Dingen die unsichere Perspektive. „Ein Teil möchte hier bleiben, andere wollen zurück – das hat sich seit Februar kaum verändert“, meint Marina Etzhold. Diese Ungewissheit und Unsicherheit treibt viele Familien um. Die meisten Kinder und Jugendlichen sind ohne Väter hier, mit ihren Müttern, manchmal Großeltern, mitunter auch ohne erwachsene Begleitung. Nur bei sehr kinderreichen Familien dürfen Väter mitkommen, gehen aber oft später wieder zurück oder sind nur vorübergehend mal da. Oft sind auch ältere Brüder in der Ukraine zurückgeblieben. Im Krieg.

Die „Wut auf Putin“ wird entsprechend oft geäußert, stellvertretend auch gegen alle Russen. Das wirkt sich jedoch nicht auf das russischsprachige Umfeld in Espelkamp aus, im Gegenteil. „Alle Ukrainer, die ich kennengelernt habe, sprechen russisch, sie freuen sich eher, dass sie russisch kommunizieren können“, sagt Irina Kramer. „Das macht die Begleitung und Unterstützung von Ukrainern einfacher und unkomplizierter.“ Das Problem seien eher Kontakte zu deutschsprachigen Jugendlichen, denn da wirkt sich die Sprachbarriere oft nachteilig aus. „Ukrainer sind jetzt Auswanderer mit allen Problemen, die dazugehören.“

Auch die Situation an der Schule wird überschattet durch die ungeklärte Perspektive der Familien. Denn davon hängt ab, wie weit sich Schülerinnen und Schüler auf die Sprache und die Lerninhalte hier einlassen. „Viele Jugendliche würden gerne mehr darüber wissen, was sie nach der Schule hier machen können, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt“, sagt Marina Etzhold, auch wenn die Zukunft völlig offen sei. Wie auch Irina Kramer empfindet sie die Arbeit mit den ukrainischen Kindern und Jugendlichen als „bereichernd“.

Ohne die finanzielle Unterstützung der Stadt Espelkamp wäre das therapeutische Angebot nicht realisierbar gewesen, und auch für den Förderverein war es selbstverständlich finanziell zu helfen. Von städtischer Seite stammt das Geld für die Therapeutin und die Dolmetscherin aus dem Topf „Ukrainehilfe“, der an sich nicht für schulische Zwecke bestimmt ist, sondern allgemein der Integration der ukrainischen Flüchtlinge dienen soll. Doch genau dazu leistet die Therapie einen Beitrag: Sie stärkt die Kinder und Jugendlichen und damit auch die Familiensysteme. Dazu kommt, dass auch Eltern die Sprechstunde offen steht und sie diese inzwischen vermehrt nutzen. Das hat auch Bürgermeister Henning Vieker und Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter überzeugt, hier den Zweck der Ukrainehilfe erfüllt zu sehen. Das Söderblom-Gymnasium ist dankbar für dieses so wichtige Hilfsangebot.

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news-2406Wed, 07 Dec 2022 13:00:00 +0100Interview zum Einsatz gegen sexualisierte Gewalt in der EKvWhttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/wichtig-ist-dass-auch-kleinsten-hinweisen-nachgegangen-wird/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0407253e0b5e0ab26a81c2e8e0ad759aWer Jelena Kracht und Christian Weber länger als zwei Minuten zuhört, der merkt: Es ist ihnen ernst. In einer neuen Fachstelle in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) sind die ausgebildeten Sozialpädagog*innen für Präventionsarbeit und Intervention zu Fällen sexualisierter Gewalt zuständig.

Das heißt: Sie arbeiten mit Kirchenkreisen und evangelischen Einrichtungen zusammen, wenn es dort Verdachtsfälle gibt – aber auch daran, dass immer mehr Menschen schon vorher genauer hinschauen, um Übergriffe zu verhindern. Dazu hat sich die EKvW in einem Kirchengesetz verpflichtet. Ein Gespräch darüber, wo die westfälische Landeskirche in diesem Prozess steht, was sie schon erreicht hat - und wo es noch Arbeit gibt.

Warum gibt es eine eigene Fachstelle für den Umgang mit sexualisierter Gewalt in der EKvW?

Christian Weber: „Vor allem geht es darum, ein Bewusstsein zu schaffen, wie verbreitet das Problem in der Gesellschaft ist. Dass es da nicht um Einzelfälle geht. Die WHO schätzt, dass in Deutschland in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder sitzen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben - vorsichtig geschätzt. Auch ungefähr jede siebte bis achte erwachsene Person war in der Kindheit oder Jugend betroffen. Und darum sagen wir in Schulungen für Mitarbeitende ganz klar: Auch bei uns in der EKvW findet das statt, auch in eurem Kirchenkreis, in eurer Gemeinde. Ihr habt es täglich mit Betroffenen zu tun – und ihr kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Tatpersonen. Das mag uns nicht gefallen, aber alles andere wäre Augenwischerei. Wenn wir das alle verinnerlicht haben, sind wir schon einen großen Schritt weiter – weil wir es dann für möglich halten.“

Frau Kracht, welche Aufgaben hat eine Referentin für Intervention?

Jelena Kracht: Eine Referentin für Intervention ist hier bei uns in der EKvW auf der einen Seite für die Meldestelle zuständig und berät auf der anderen die Interventionsteams vor Ort. In der Meldestelle nehme ich alle Meldungen zu sexualisierter Gewalt innerhalb der EKvW entgegen. Ich berate hier auch anonym. Wenn jemand eine Einschätzung braucht, ob ein Fall meldepflichtig ist oder nicht. Wenn ich eine Intervention vor Ort begleite, ordne ich zu Beginn den Fall erst einmal fachlich ein. Hier ist es auch meine Aufgabe, Fachwissen weiterzugeben, dazu gehört auch Mitwirkenden vor Ort Strategien von Tatpersonen zu erklären. 

Wie läuft ein Interventionsfall also ab? Wann und wie schaltet sich die Fachstelle ein? 

Kracht: „Ein Beispiel: Irgendjemand in der evangelischen Kirche, bekommt etwas mit, von dem er oder sie denkt, das könnte sexualisierte Gewalt sein. Ich nehme dann eine erste fachliche Einschätzung zum Fall vor. Muss in dem vorliegenden Fall sofort gehandelt werden? Braucht es weitere Infomationen? Das schätzen wir dann zusammen ein – und auch, ob wir daraus eine Meldung machen müssen. In der muss stehen, wer betroffen und wer beschuldigt ist. Damit gehe ich dann vor Ort zur höchsten Führungskraft, oft zum Superintendenten. Dort stelle ich den Fall vor und wir besprechen, was nun passieren muss.“ 

Was hat eine Meldung für Auswirkungen?

Kracht: „Das kommt auf den Fall an. Eine der ersten Fragen, die sich im Verdachtsfall stellt, ist, ob der Mensch unter Verdacht sofort freigestellt werden muss. Hier stehen die Schutzbefohlenen im Vordergrund. Meine Rolle ist es, alle Beteiligten ins Blickfeld zu holen - Betroffene und beispielsweise die Elternschaft einer Kita, Eltern von Betroffenen und Mitarbeitende der Gemeinde. Ich sehe meine Rolle auch darin, dass alle Beteiligten bedacht und gehört werden. Hier ist mir ein transparenter Umgang mit der Situation wichtig. Krisenkommunikation und Öffentlichkeitarbeit sind oft schwierige und sensible Themen in der Intervention. Wichtig ist mir, dass auch kleinsten Hinweisen nach gegangen wird. Und man die Perspektive einnimmt, dass es sexualisierte Gewalt gibt und diese auch stattfindet, auch bei uns.“
Weber: „Darum ist es wichtig, dass es eine Fachstelle gibt. Den Beteiligten vor Ort fehlen oft der Blick von außen und der Abstand. Darum braucht es die fachliche Expertise. Und die bieten wir an.“
Kracht: „Ja, ein Blick von außen – durch uns – ist einfach wichtig. Meine Erfahrung zeigt, dass dies auch in vielen Kirchenkreisen und Gemeinden gerne angenommen wird und es als hilfreich erlebt wird.“

Warum bleiben viele Fälle lange im Verborgenen?

Weber: „Die Täter, meist sind es Männer, gehen sehr strategisch vor. Zum Beispiel in der Jugendarbeit: Sie suchen sich die Kinder ganz genau aus – sei es wegen eines schwierigen Elternhauses oder dem eher bildungsfernen Familienhintergrund. Sie denken: Da habe ich es leicht, vertrauten Kontakt herzustellen, weil diese Kinder jemanden brauchen, der sich kümmert. Und irgendwann lassen sich Grenzen ganz leicht verschieben, bis hin zu richtig massiver Gewalt. Sagen dürfen die Kinder aber natürlich nichts, weil dann ja die Verbindung zum/r Täter*in vielleicht zerstört würde. Es wird eine Drohkulisse aufgebaut. ‚Willst du, dass deine Eltern ins Gefängnis müssen? Oder, dass ich ins Gefängnis muss?‘ Dann haben diese Menschen ein Kind komplett unter Kontrolle.“
Kracht: „Das stimmt, statistisch sind es meist Männer. Wobei diese Statistik nicht hinterfragt ob Männer wirklich öfter Täter werden oder das Anzeigeverhalten bei Männern einfach höher ist.“

Wie kann es sein, dass das nicht auffällt?

Weber: „Nach außen verkauft die Tatperson das natürlich so, dass sie sich um dieses bedürftige Kind kümmere, dass das ja total wichtig ist. Es ist ganz klar: Diese Personen verfolgen einen Plan. Sie suchen sich gezielt Berufsfelder, in denen sie an Kinder oder andere Schutzbefohlene herankommen. Das ist kein Thema von Kirche allein, das findet überall in der Gesellschaft statt. Um das zu verdeutlichen: Der SPEAK-Studie zufolge haben sechzig Prozent der Acht- und Neuntklässler in Deutschland sexualisierte Gewalt erlebt oder zumindest mitbekommen. Als Kirche mit vielen Kinder- und Jugendeinrichtungen sind wir besonders in der Verantwortung, da ganz genau hinzuschauen.“ 

Sind die von den Übergriffen Betroffenen in der Intervention dabei?

Weber: „Nein. Aber ihre Perspektive einzubringen, was solche Übergriffe für sie bedeuten, und dass man eben nicht als ersten Schritt ihre Aussagen in Zweifel ziehen darf, ist deshalb umso wichtiger. Dafür sind wir da.“
Kracht: „Deshalb melde ich auch lieber einmal mehr als einmal zu wenig. Denn so ein Prozess bewirkt etwas vor Ort – und wenn dadurch nur ein, zwei Mitarbeitende oder Leitungspersonen künftig ein bisschen genauer hinschauen und ihren eigenen blinden Fleck kennen, dann ist das gut.“ 

Mitarbeitende der evangelischen Kirche von Westfalen sind verpflichtet, Fälle sexualisierter Gewalt zu melden. Das schreibt das „Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt“ mittlerweile vor. Dafür müssen sie geschult werden, auch dabei hilft die Fachstelle. Was lernen Mitarbeitende in diesen Schulungen?

Kracht: „Wir sagen zum Beispiel: Hinterfragt euer eigenes Handeln! Wie oft berühren wir im Alltag Menschen unreflektiert oder sagen übergriffige Dinge, umarmen die Kinder unserer Freunde, ohne sie zu fragen? Wenn man sich diese Dinge bei sich selbst bewusst macht, dann fällt es einem leichter, sie im Handeln anderer zu erkennen.“ 
Weber: „Und: Lasst uns mehr darüber sprechen. Eigene Grenzen benennen, über unsere Gefühle sprechen. Und lasst uns tradierte Rollenbilder über Bord schmeißen. Solange, überspitzt formuliert, Mädchen nichts zu sagen haben und Jungs nicht über Gefühle reden, haben es Tatpersonen leicht.“

Die Kirchenkreise, Gemeinden, Ämter und Werke der EKvW müssen laut Kirchengesetz bis März 2024 Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt erstellen. Das klingt, als würde die evangelische Kirche das Problem mit Bürokratie bewerfen. Warum sind diese Konzepte wichtig? 

Weber: „Schon allein, weil sie einen Prozess bedeuten. Solche Konzepte zu erstellen, braucht Zeit. Und währenddessen gibt es Veränderungen im ganzen System. Im Grunde ist der Prozess schon Präventionsarbeit, weil plötzlich Probleme auf dem Tisch liegen, die vielleicht längst schon einmal hätten besprochen werden müssen – und das nicht nur beim Thema sexualisierte Gewalt.“
Kracht: „Die Konzepte legen klare Standards zum Umgang mit Meldungen fest. Wenn dann ein Fall auftritt, gibt es ein klares Prozedere. Davon profitieren alle: die Kirchenkreise, die Verantwortlichen, auch Eltern, die klar informiert werden – und auch das Gefühl bekommen: Kirche kümmert sich darum.“

Seit ungefähr drei Monaten gibt es die Fachstelle zum Umgang mit sexualisierter Gewalt bei der EKvW jetzt. Wie hat sich die Zahl der Meldungen entwickelt? 

Kracht: „Tatsächlich sind es, seit wir hier sind, immer mehr geworden. Nicht alle ziehen ein Interventionsverfahren wegen sexualisierter Gewalt nach sich. Einige Menschen lassen sich auch erst einmal beraten, rufen auch mehrmals an, um sich wiederholende Vorfälle zu besprechen.“ 

Einfach dadurch, dass es nun diese landeskirchliche Fachstelle hier in Westfalen gibt? 

Weber: „Naja, wer hinguckt, muss intervenieren. Dass so viel gemeldet wird, ist ja gut. Denn dadurch wird sichtbar, was passiert und was sonst vermutlich verborgen geblieben wäre. Die Leute sind sensibilisiert, das liegt ganz klar an den Schulungen. Das Ergebnis ist: Es melden sich mehr Menschen.“ 
Kracht: „Viele Einrichtungen haben auch vorher schon hingeguckt. Sich beraten zu lassen, ist jetzt aber nochmal leichter geworden. Und mit jedem Fall, in dem sie merken, das ist hilfreich, dass ich da angerufen habe, wird das weitergesagt. Außerdem: Im Landeskirchenamt sitzt ja viel Expertise, von der Kirchenkreise profitieren können: zum Beispiel in Sachen Arbeitsrecht und bei allen juristischen Fragen. Und die, die das genutzt haben, haben durchaus gemerkt: Die sind dazu da, um uns zu unterstützen.“

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AktuellesIPTUVSSDezernat 16 UVSSGemeindenMitarbeitende
news-2413Wed, 07 Dec 2022 11:27:49 +0100Oberkirchenrätin Katrin Göckenjan-Wessel besuchte Pfarr-Ehepaar in Tokiohttp://www.evangelisch-in-westfalen.de/aktuelles/detailansicht/news/beraten-und-begleiten-durch-besuch/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=cc67ebaff3c9e163c37251488bebcd90Oberkirchenrätin Katrin Göckenjan-Wessel, Personaldezernentin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) war gemeinsam mit Ute Hedrich, Oberkirchenrätin der EKD, in Tokio zu Gast. Dort besuchte sie das nach Japan entsandte Pfarr-Ehepaar, Bettina Roth-Tyburski und Markus Tyburski.

Im Zuge des EKD-Programms „Beraten und Begleiten durch Besuch“ (BBB) erfolgt nach vier von meist sechs Jahren des Auslandsaufenthalts ein solcher Besuch. Hierbei geht es vor allem darum, die Pfarrpersonen in ihrer Arbeit vor Ort zu bestärken, aber auch die Entwicklung der Gemeinde in den Blick zu nehmen und zu prüfen, ob zukünftig eine Pfarrperson von der EKD vor Ort sinnvoll eingesetzt ist.

Die Zeit in Japan war für Katrin Göckenjan-Wessel und Ute Hedrich gespickt mit Terminen. Dabei standen neben Gesprächen in der Deutschen Botschaft (Hiroo) und dem Nationalen japanischen Christenrat (NCCJ), der Besuch der deutschen Schule „Tokio-Yokohama“ sowie eines diakonischen Projektes in Osaka auch Gottesdienste in der evangelischen Gemeinde mit „Rudelsingen“ und einem Adventskonzert auf der Agenda.

Nach dem Aufenthalt zeigte sich Katrin Göckenjan-Wessel überzeugt, dass das Pfarr-Ehepaar Roth-Tyburski nach ihrer Rückkehr nach Deutschland viele erworbene Erfahrungen und Kenntnisse in die kirchliche Arbeit einbringen werde. Die Leitungs- und Netzwerkarbeit in der japanischen Gemeinde, in Projekten und der deutschen Schule verschaffe ihnen Kompetenzen und Horizonterweiterungen, die für ihre Heimatkirchen von großem Wert seien.

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